Freitag, 17. November 2017

It's just a spark, but it's enough to keep me going

Eigentlich sollte ich ja lernen. Ende des Monats habe ich meine Abschlussprüfung als Buchhändlerin und momentan habe ich Urlaub. Mein Kopf ist voll von Dingen, die ich gerade eigentlich beiseite schieben sollte. In den letzten Tagen ist so viel passiert. Es haben sich neue Möglichkeiten ergeben. So ziehe ich zum Beispiel nach Ende der Ausbildung auf eine Insel und arbeite dort als Buchhändlerin. Das ist an sich schon ziemlich cool, denn ich wollte unbedingt weit weg von meiner Familie und meinen Freunden, um komplett unabhängig zu sein. Das ist wahrscheinlich ein großer Schritt auf meinem Weg. Vor allem weil genau so etwas niemals jemand von mir gedacht hätte. 

Darüber sollte ich mich doch freuen, oder? Das ist es, was ich wollte. Und ja, ich freue mich auch. Aber es gibt gerade so viele andere Sachen in meinem Kopf und in meinem Herzen. Ich bin zum Beispiel einer dieser Menschen, denen andere mehr bedeuten, als ich ihnen. Das ist eigentlich so ne Standardsituation bei mir. Und es ärgert mich so sehr, dass ich anscheinend niemals gut genug bin, damit andere das in mir sehen, was ich in ihnen sehe. Ich bin wirklich ne Hardcore-Freundin, ich reiße mir so richtig den Arsch auf für meine Leute. Nur um letztendlich nicht genug gewertschätzt zu werden, nen Arschtritt zu bekommen. Oder einfach nicht gut genug zu sein. Das ist tatsächlich etwas, was sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht. Dieses "Nicht gut genug"-sein.

Samstag, 30. September 2017

This is my story. And it'll be a good one.

Das hier, das alles ... es ist Teil meiner Geschichte. Noch heute schaue ich gerne auf meine alten Rezensionen, auf meinen alten "Bücherblog" zurück und erinnere mich gerne, wie es damals war. Ich habe niemals wegen irgendwelcher Zahlen mir diese Mühe gemacht, sondern fand es einfach schön, meine Meinung kund zu tun und mich austauschen zu können.

Und genau deswegen schreibe ich jetzt gerade wieder einen Beitrag. Selbst wenn niemand das hier lesen sollte, es tut einfach gut zu wissen, dass diese Worte gehört werden könnten. Es ist, wie wenn man etwas ausspricht, selbst wenn es nur im Selbstgespräch ist. Es tut gut.

Was soll ich sagen? In meinem Leben ist seit dem letzten Post so viel passiert. Ich lese immer noch Bücher, ich spiele immer noch Videospiele und ich bin einen ganzen Schritt weiter auf meinem Weg. Vor allem aber weiß ich langsam, wo ich wirklich hin will und wer ich bin. Der Nebel um diese Frage, wer ich eigentlich bin und wer ich sein will, lichtet sich immer mehr und die beiden Dinge werden immer mehr zu einem. Denn die Person, die ich sein will, gleicht meinem jetztigen Ich immer mehr (oder anders herum). Ich werde erwachsener, mutiger und unabhängiger. Naja, ich wohne immer noch zu Hause bei meinen Eltern, aber ich weiß jetzt eher, wer wirklich Platz in meinem Leben verdient und wer nicht. Vor kurzem habe ich einen großen Bruch in meinem Freundeskreis erlebt. Meine beste Freundin und ich haben uns vor kurzem von einander abgewendet und das war am Anfang sehr schwer für mich (warum und wieso werde ich an der Stelle nicht weiter erläutern, es ist eine Sache zwischen uns zwei und geht sonst niemanden etwas an). Aber mittlerweile merke ich immer mehr, das es so besser ist. Ich war jahrelang von dieser Freundschaft abhängig und jetzt merke ich gerade, wie viele andere tolle Menschen ich deswegen vernachlässigt habe. Ich habe mich zu sehr auf sie versteift, egal worum es ging, sie war immer meine Nr. 1. Und ich bin wirklich froh, dass ich das jetzt nicht mehr so sehe. Für mich ist einfach zu viel passiert und ich habe zu viele Dinge erfahren, als das ich diese Freundschaft weiter aufrecht halten wollen würden. Das wir uns irgendwann wieder sehen werden, da kommen wir leider nicht drum herum. Sie ist nämlich auch noch meine Cousine, heißt auf irgendeiner Hochzeit oder Beerdigung werden wir uns wieder begegnen. Aber ich kann erwachsen und wie mit jedem anderen Menschen mit ihr umgehen, auch wenn wir im Streit auseinander gegangen sind. Ich kann damit so leben und ich bin froh, langsam damit abschließen zu können.

Ich war nie ein beliebtes Mädchen, egal bei welchem Geschlecht. Aber das ist mir auch lieber so. Denn die Beliebten haben bestimmt viel mehr Probleme die echten von den falschen Freunden zu unterscheiden. Ich weiß, wer meine Freunde sind, auf wen ich mich immer verlassen kann. Ich mag vielleicht davon wirklich nur fünf Stück haben. Aber lieber fünf echte Freunde, als zwanzig falsche. So sehe ich das. Denn ich brauche Menschen, die für mich da sind und mir aufhelfen, wenn ich gefallen bin. Die zu mir halten, egal in welcher Situation und vor allem, die immer ehrlich zu mir sind. Denn ich bin absolut kein Freund davon, wenn einem die Leute was vorlügen und das würde ich auch selber nicht tun. Auch wenn ich dein Freund bin, ich bin in allererster Linie mein eigener Freund und ich höre auf mein Herz. Wenn du mich also in eine miese Situation bringst und von mir Dinge verlangst, mit denen mein Herz nicht einverstanden ist, dann werde ich das auch nicht tun. Und genau das würde die Linda tun, die ich früher immer sein wollte. Die würde Freundschaften riskieren, wenn ihr Herz ihr das rät. Denn wenn du wirklich mein Freund bist, dann akzeptierst du meine Ehrlichkeit und bist bereit über einige Dinge zwei mal nachzudenken und evtl auch meine Ansichtsweise nach zu vollziehen. Echte Freunde kämpfen nämlich um Freundschaften.

Ich mache oft Fehler und ich bin nicht perfekt (ganz abgesehen davon hasse ich dieses Wort). Auch bin ich kein heiliger Samariter oder irgendwas dergleichen. Ich bin eine ziemliche Nervensäge, kann anderen Leuten sehr gut auf den Sack gehen und habe immer Angst davor, eine Last für andere zu sein. Auch kann ich sehr gut Dinge interpretieren und da vor allem die falschen. Ich bin unsicher und ein ziemlicher Schisser, wenn es um Höhe oder offene Gewässer geht. Auch vor fremden Menschen hatte ich sehr lange eine schlimme Angst. Ich habe Angst vor Spinnen, vor Kühen und manchmal neige ich zu Paranoia. Kochen kann ich nicht, genau so wenig wie Haare färben oder tanzen. An Disziplin mangelt es mir auch meistens. Aber wenn du mich nicht kennst und mir nicht die Chance gibst dir ein paar Dinge zu erklären, dann brauchst du dich gar nicht für meine guten Seiten zu interessieren. Ich hab nämlich auch ziemlich gute Seiten. Ich lüge nicht und manchmal versuche ich vielleicht, dir die Wahrheit schonend beizubringen oder mich heran zu tasten, aber es ist die Wahrheit und keine Lüge. Ich habe es auch nicht nötig, andere schlecht zu machen um selber besser da zu stehen. Egal ob falsch oder richtig, ich stehe zu den Dingen, die ich getan habe und ich trage auch deren Konsequenzen. Aber vor allem bin ich eine Hardcore-Freundin. Wenn die Möglichkeiten es zulassen, bin ich die erste die im Auto sitzt, wenn es dir schlecht geht und du um Hilfe bittest. Egal ob notfalls die Arbeit oder Ähnliches darunter leiden. Und es ist dabei egal, wie weit weg du bist, ich komme. Ich verarsche dich nicht, ich sage dir die Dinge wie sie sind und wenn irgendwas komisch ist zwischen uns und es mich bedrückt, dann spreche ich das auch direkt an. Mit mir kann man ne Menge Spaß haben und ich kann gut über mich selbst lachen oder mich zum Affen machen. Ich bin für viele Dinge offen und lasse mich gerne überreden oder lerne neues kennen. Damit habe ich absolut kein Problem. Ich bin liebenswürdig und hilfsbereit, freundlich und ich hab immer ein offenes Ohr für die, die mir wichtig sind. Denn ich kümmere mich immer um die, die mir etwas bedeuten und ich kann sehr gut damit nerven, wenn ich ihnen sage, wie viel sie mir wirklich bedeuten. Das tue ich nämlich oft und dafür entschuldige ich mich ausnahmsweise nicht, denn das ist mir wichtig. Ich möchte nichts bereuen und dem Pfad folge ich auch. Zuhören kann ich auch sehr gut und mit einfach nur rumsitzen und reden habe ich auch kein Problem. Ich bin sehr mitfühlend und manchmal etwas zu gefühlvoll. Aber das sind eher gute Sachen. Ich fange immer mehr an, mich selbst zu mögen und ich bin wirklich stolz auf die Entscheidungen, die ich getroffen habe. Es ist fast ein wenig, als hätte ich eine innere Stärke gefunden, die von außen noch bekräftigt wurde. Und ich danke allen, die für mich da waren und mir den Rücken gestärkt haben. 

All die Dinge die ich erlebt habe, die Hochs und Tiefs haben mich zu dem gemacht, was ich bin. Sie sind ein Teil meiner Geschichte und ich verleugne sie nicht mehr. Ich bin stärker geworden und habe aus meinen Fehlern gelernt. Ich bin einen riesen Schritt weiter auf meinem Weg.

Manchmal tut es einfach gut, Dinge aufzuschreiben, auch wenn sie keiner lesen wird. Es tut einfach gut zu wissen, dass es jemand könnte.

(Für all die Nicht-Nerds: Das ist das Wappen des Mutes aus dem Anime "Digimon", welches ich mir fest vorgenommen habe auf den Rücken tätowieren zu lassen. Eines Tages ;))

Dienstag, 18. April 2017

Take me Baby or leave me!

Wow. Wenn ich mir den Post vom letzten Mal durchlese (okay, ich habe ihn nur überflogen) merke ich, wie viel sich seit dem in meiner Denkweise geändert hat. (In oder an meiner Denkweise?) Vielleicht ist es nur eine Phase, dann aber hoffentlich eine seeeeehr lange Phase. Aber eigentlich habe ich das Gefühl, dass ich auf dem Weg zu einem zufriedenen Ich einen weiteren Schritt gemacht habe. Das ich jetzt endlich einige Sachen verstanden habe. 

Allgemein ist richtig, dass ich viel nachdenke. Über Vergangenes, über Dinge, die mich sehr geprägt haben. Schulzeit, Freundeskreise etc. Und damals dachte ich immer, dass es ja an mir liegen müsste, wenn die Leute mich beleidigen oder ähnliches. Ich habe ihnen all die Scheiße, die sie gelabert haben, geglaubt. Denn ich war der einzige gemeinsame Nenner. Aber ich weiß jetzt, dass das nicht stimmt. Denn letztendlich bin ICH die einzige Person, die mit mir meckern darf. Vor allem was mein Äußeres angeht, was ich jahrelang als Schwäche betrachtet habe. Ich bin halt nicht so hübsch und schlank wie andere. Früher fand ich es furchtbar, mittlerweile denke ich mir: "So what?" Ich bin deswegen kein schlechterer Mensch. Ganz im Gegenteil. Ich kenne meine Vorzüge und weiß, was andere an mir schätzen und vor allem was ich selbst an mir schätze. Was nützt es mir, die Schönste im ganzen Land zu sein, wenn mein Herz dafür schwarz und dunkel ist? Wenigstens habe ich es nicht nötig, auf die Schwächen der anderen zu zeigen, um mich besser zu fühlen. Nein. Ich bin stolz darauf wer ich bin und was ich geschafft habe. Klar, ich habe immer noch ein Problem mit meinem Gewicht, aber ich bin dabei, etwas zu ändern. Vielleicht bin ich noch nicht an meinem Ziel, aber ich bin auf einem guten Weg. Und vor allem bin ich nicht mehr dort, wo ich angefangen habe. Vor allem auf dem Weg zur Selbstakzeptanz habe ich gerade einen großen Schritt gemacht, denke ich.
Denn ich verstecke mich nicht mehr, was ich lange genug getan habe. Ich war ruhig und hatte Angst vor Aufmerksamkeit, weil es meist negative Aufmerksamkeit war. Aber damit ist jetzt Schluss. Du hast ein Problem damit, wie ich aussehe? Dann tu mir den Gefallen und geh. Solche Menschen brauche ich nicht in meinem Leben. Die Personen, die wichtig sind und die wichtig werden können, die mögen mich nämlich so wie ich bin. Vielleicht weil ich über mich selbst lachen kann, vielleicht weil ich immer ein offenes Ohr für die Menschen habe und sehr mitfühlend bin. Vielleicht aber auch einfach, weil ich ich bin. Denn es mag mehrere Lindas da draußen geben, aber es gibt nur eine die so ist wie ich. Und das bin ICH! Und ich bin auch die einzige Person, die mit meinem Äußeren unzufrieden sein darf. Und dann habe ich zwei Optionen: Entweder ich akzeptiere es oder ich ändere etwas. Ich probiers gerade mit beiden. 

Jeder, dem nicht gefällt was er sieht, dem darf gesagt sein, dass er sich gerne verpissen kann. Denn die Personen, die eine Chance verdienen, die mögen mich um meinerselbst willen. Die würden mich auch mögen wenn ich aussehen würde wie Beth Ditto oder Kim Kardashian. Das sind die Menschen, die zählen. Die anderen haben gar nichts zu melden. 

Sollte jemand da draußen gerade diesen Text lesen, der unzufrieden mit sich selbst ist, weil andere es ihm oder ihr eingeredet haben, hier eine Nachricht an dich: Du bist genau so richtig, wie du bist und wer dich so nicht akzeptiert, der hat dich nicht verdient!


Sonntag, 19. Februar 2017

I've tried goodbye a hundred times, not one of them true

Manchmal gibt es Tage, da gibt es für mich selbst nichts schlimmeres als ... mich selbst. Ich schaue in den Spiegel und bin unzufrieden. Ich esse und bin unzufrieden. Ich treibe Sport und bin unzufrieden. Egal was ich mache, ich bin mir selbst nie genug. Heute war einer dieser Tage. So oft habe ich mir selbst schon gesagt, dass ich damit aufhören muss, mich selbst so runterzumachen. Ich bin wie ich bin und das ist eigentlich auch gut so. Trotzdem wäre ich momentan einfach gerne jemand anderes. Das bezieht sich aber meistens nur auf mein Äußeres, mein Inneres mag ich größtenteils. Ich bin eine freundliche und hilfsbereite Person, auf die man sich verlassen kann. Aber ich bin auch jemand, der Fehler macht. Klar, das macht jeder. Aber kennt ihr diese Fehler, die einfach irreparabel sind? Die nicht passieren dürfen. Mir ist heute so etwas passiert. Ich fühle mich deswegen so furchtbar, ich schäme mich so für mich selbst. Mein Tag war sowieso schon nicht so toll, mir schwirrt so viel im Kopf herum. Selbstzweifel, Komplexe. Ich mag mich selbst nicht, wenn ich in den Spiegel schaue. Scheißegal wie oft ich mir sage, dass ich ja eigentlich doch etwas hübsch sei. Heute ist einer dieser Tage, da kann ich mir meine eigenen Lügen nicht glauben. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich bestimmte Dinge nicht weiter verdrängen kann. Zum Beispiel wie sehr mein Exfreund mich verletzt hat. Bis vor zwei Wochen war ich nämlich vergeben, zwar erst seit September, aber immerhin. Und was macht mein toller Freund, der genau weiß wie mickrig mein Selbstwertgefühl ist und dessen Selbstwertgefühl nicht viel besser ist? Er meint, er müsse sich Bestätigung holen. Aber nicht bei mir. Er hat sich stattdessen einem anderen Mädchen für Sex angeboten. Sie war ebenfalls vergeben und sie könnte ja vielleicht etwas "Abwechslung" gebrauchen. Ein Schlag ins Gesicht. Und momentan holt mich das stark wieder ein. Denn eigentlich ist mir klar, dass es sein Fehler war, nicht meiner. Aber trotzdem sucht man auch immer bei sich selbst nach Fehlern. Und da kommt halt die Frage: War ich nicht genug? Habe ich ihm nicht ausgereicht? Ich denke unglaublich viel daran momentan. Das Ding ist, dass ich mich noch nie wirklich mochte. Es gibt Momente, da würde ich mich selbst nicht mit ner Kneifzange anfassen, wenn ich nicht müsste. Und dann kommt so etwas. Ich war am Anfang sehr glücklich. All meine Zweifel und Komplexe waren wie weggeblasen, denn ich war etwas besonderes für ihn. Bullshit. Als das Ganze ans Licht kam, kamen auch alle Stimmen wieder. Stimmen die Dinge flüsterten wie: ""Ist doch kein Wunder, bei der dicken Kuh?" Ich bin ziemlich hinüber momentan. Habe einen wirklich, wirklich schlechten Tag gehabt. Viele Tränen vergossen. Eigentlich bin ich ja froh, dass die Beziehung vorbei ist. Denn ich habe gemerkt, dass ich zu jemandem werde, der ich niemals sein wollte. Ich war eifersüchtig und rasend vor Wut, weil wir es nochmal probiert haben und ich aber immer diese Zweifel im Kopf hatte. Und ich hasse Eifersucht! Deswegen bin ich ganz froh und es geht mir auch wirklich besser. Aber manchmal ist da diese Demütigung, dieser Schlag ins Gesicht an den ich mich erinnere und der mir immer noch zu denken gibt. Vor allem weil es mein erster Freund war, der mir die ganze Zeit gesagt hat wie toll er mich findet und all so nen Schrott. Alles Blödsinn. Na ja, wenn ich keinen Durchhänger hab bin ich auch ein ziemlich glücklicher Single momentan. Da gibt es nicht so ein Gefühlswirrwarr. Ich konzentriere mich jetzt auf meine Ausbildung und sehe zu, dass ich mein Leben in geregelte Bahnen bekomme und bald in die Unabhängigkeit aufbrechen kann. Aber es wird immer schlimme Tage geben. Das weiß ich. Das muss ich dann aussitzen. Aber ich weiß auch, dass sie vorüber gehen.


Donnerstag, 9. Februar 2017

Stop and Stare

I think I`m movin but I go nowhere.

Ich stecke in einem Gewissenskonflikt. Kennt ihr das, wenn ihr viel an eine Person aus eurer Vergangenheit denkt? Ich habe gerade eine Nachricht an eine einstige Freundin geschrieben, die ich freiwillig aus meinem Leben gekickt habe. Leider auch nicht mit den nettesten Worten, denn ich habe viele Dinge damals einfach in mich hineingefressen. Vielleicht hätte ich früher mit ihr darüber reden sollen. Aber ich fühlte mich vergessen. Irgendwann kam der Punkt an dem ich das Gefühl hatte, dass unsere Freundschaft mehr Leid bringt als irgendwas anderes. Neben ihr hatte ich immer das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Teilweise habe ich mich wie schmückendes Beiwerk gefühlt, denn sobald sie unterwegs angesprochen wurde, war ich nur noch Luft für sie. Wie als wäre ich nur da, um ihre Wirkung auf andere zu untermalen. Das hat mich lange Zeit mitgenommen, bis ich dann den Mut aufbrachte, sie damit zu konfrontieren. Damals (mittlerweile 1,5 Jahre her) habe ich im Affekt gehandelt und ihr alles auf einmal an den Kopf geknallt. Nach einigem hin und her sind wir im Streit auseinander gegangen. Ich war noch nie gut darin, mit Dingen abzuschließen. Und in letzter Zeit habe ich viel Zeit über Dinge nachzudenken. Ich habe mich vor nicht ganz einer Woche von meinem Freund getrennt und vor kurzem hatte ich eine Krise mit meiner allerbesten Freundin. Momentan lasse ich einfach viele Dinge Revue passieren. Ich denke wirklich sehr oft an die Situation damals. Alles hat damit angefangen, dass sie einen neuen Freund hatte. Auf einmal konnten wir uns nicht mehr alleine treffen, ihr Freund war immer dabei. Sie hat aus den nichtigsten Gründen abgesagt und irgendwann haben wir uns so weit voneinander entfremdet, dass wir gar kein Teil mehr am Leben des anderen hatten. Dabei waren wir richtig enge Freundinnen, haben 4 Jahre lang zusammen die Schulbank gedrückt, ständig Zockerabende mit unseren Freunden gehabt und ähnliches. Früher konnte ich mich immer auf sie verlassen. Aber jede meiner Bemühungen (und ich habe mich wirklich bemüht) diese Freundschaft aufrecht zu erhalten, ist im Sande verlaufen. Irgendwann hatte ich genug. 
Der Punkt ist, dass wir verdammt gute Zeiten miteinander hatten und viel zusammen durchgemacht haben. Aber dadurch, dass wir im Streit auseinander gegangen sind, kann ich diese Zeiten nicht mehr wertschätzen. Ich denke nur noch mit Groll an sie zurück und dass möchte ich nicht. Ich möchte mir einfach die Erinnerung behalten, dass es damals besser war, als ich momentan von Groll durchflutet denke. Deswegen habe ich ihr geschrieben. Um mich für die Art und Weise der Konfrontation zu entschuldigen, nicht aber für die Worte. Die Zeiten in denen ich den Leuten hinterher gerannt bin ist lange vorbei.

Mittwoch, 20. Juli 2016

I'm perfectly incomplete

Ich bin ein Mensch, der voller Selbstzweifeln steckt. Und Minderwertigkeitskomplexen. Und Selbsthass. Aber ich möchte diese Dinge alle ablegen, ich möchte jemand sein, der sich selbst liebt und mit sich zufrieden ist. Ich will irgendwann sagen können: "Ich liebe mich selbst und zwar so wie ich bin. Und so wie ich bin, bin ich genau richtig." Bis dahin ist es noch ein langer Weg, ich weiß. Aber ich bin dran. Ich befinde mich gerade auf einer Reise zu mir selbst, auf der ich schon viel zu lange bin, aber ich habe endlich das Gefühl einen Schritt vorwärts gemacht zu haben. Auf dem richtigen Weg zu sein. Ich blicke positiv in die Zukunft, denn ich weiß, dass ich es schaffen kann. Und es ist bereits besser geworden, vor ein paar Jahren war ich noch viel schlimmer in diese Selbstzweifel etc. verstrickt. Aber ich bekomme das hin, ich kann das. Und eines Tages wird es mir gut gehen. Es wird besser werden, auch wenn es dauert.

Gerade sitze ich hier und bin wieder mal unzufrieden mit mir selbst und mit meinem Körper. Das ist eigentlich das größte Problem. Ich fühle mich nicht wohl in meinem Körper, aber bisher hat es noch nicht klick gemacht, so dass ich es endlich schaffe, etwas zu verändern. Aber egal wie oft ich noch hinfalle, egal wie lange es dauert, ich werde nicht aufgeben! Denn ich kann es schaffen. Ich muss nur an mich glauben. Denn ich will mich wohlfühlen, ich will mich selbst lieben und ich will mir nicht immer Sorgen machen müssen, dass ich andere Menschen mit meinen Unsicherheiten verschrecke. Ich will einfach ich selbst sein, ganz egal was andere davon denken. Denn das ist noch so eine Sache:

Ich mache mir unglaublich viele Gedanken darum, was andere Menschen von mir halten.

Früher war das richtig schlimm. Da habe ich mich nicht mal getraut Hosen zu tragen, die nicht mindestens bis zum Knöchel gingen. Ständig hatte ich Angst, dass andere mich aufgrund meines Gewichts meiden oder gar verspotten würden. Oder mich eklig finden. Das klingt alles sehr dramatisch, aber so war es damals. Als ich in der Pubertät steckte haben mir meine Mitschüler gerne mal klargemacht, dass ich erstmal abnehmen sollte, bevor ich mich auf die Straße traue. Dabei hab ich nur 20 Kilo zuviel, keine 100. Aber für mich war das ein schwieriges Alter (für wen war die Pubertät bitte nicht schwierig?) und mich hat das sehr geprägt, wie die Leute damals mit mir umgegangen sind. Es ist besser geworden nach meinem Abschluss. In meiner Abiklasse gab es solche Dinge nicht, da fing ich langsam an, etwas aus mir herauszukommen. So einen richtigen Sprung habe ich erst gemacht, als ich mit der Ausbildung anfing. Denn ich bin Azubi-Buchhändlerin und Kundenkontakt, also Kontakt mit wildfremden Menschen, ist das A und O. Meine Arbeit und vor allem meine Kollegen haben mir sehr dabei geholfen, diese Angst abzubauen. Denn ganz ehrlich, die wenigsten dort achten überhaupt auf mein Namensschild. Und mittlerweile bin ich soweit, dass ich weiß, dass ich diese Worte nicht ernst nehmen sollte. Auch die Gedanken der anderen sollten mir egal sein. 

Denn wer meine Geschichte nicht kennt, der hat gar nicht erst über mich zu urteilen.

Ich bin noch im Dickes-Fell-Aufbau-Prozess, aber ich werde immer besser darin und ich will meinen Weg hier dokumentieren. Ich will eines Tages hier drauf schauen und merken, wie viel ich eigentlich erreicht habe. Wie sehr ich mich verändert habe. Und ich schaffe es wirklich immer ein bisschen mehr. Früher habe ich mich in meinen Klamotten versucht zu verstecken. Bitte alles möglichst unaufällig. Mittlerweile trage ich schöne Kleidchen, Nerd-T-Shirts und kurze Hosen. Und es ist noch niemand schreiend vor mir weggelaufen. Warum das ganze Drama? Weil ich mir selbst wieder viel zu viele Gedanken mache. Weil ich so viel Angst davor hatte/habe, was andere von mir denken. Aber ich bin ich und das das etwas Gutes ist, muss ich noch lernen, aber ich schaffe das. Weil ich es kann und an mich glaube! 

Sonntag, 17. Juli 2016

Jeder ist auf seine Weise gut genug und auch perfekt

Manchmal habe ich so viel zu sagen, aber wenn ich dann diese leere Seite vor mir sehe, ist wieder alles verschwunden. Vorhin habe ich mir wieder ein paar Gedichte von Julia Engelmann angehört. Vor allem "Stille Wasser sind attraktiv" rührt mich jedes Mal zu Tränen. Ich habe das Gefühl, sie spricht mir aus der Seele. Das dieser Text genau das zusammenfasst, was ich denke und wie ich mich fühle. Vorhin habe ich zum ersten Mal "Kein Modelmädchen" von ihr gehört und dieser letzte Satz "Jeder ist auf seine Weise gut genug und auch perfekt" ist mir einfach im Kopf geblieben. Ich finde ihn einfach so schön. Obwohl das Wort "Perfekt" drin vorkommt. Mein Hasswort Nummer 1. Ich verbinde mit diesem Wort nur negatives. Denn niemand ist perfekt oder wird jemals perfekt sein. "Perfekt" ist eine Lüge. Ich dachte nicht immer so. Früher wollte ich auch gerne "perfekt" sein. Die perfekte Tochter, die perfekte Freundin etc. Und dann ist meine beste Freundin, die ich seit dem Sandkasten kenne, krank geworden. Magersucht. Und zwar die ganze Pro Ana schiene. Mit Websites und Foren auf denen sie sich präsentiert hat. Mit Fotos auf denen man jede einzelne Rippe sehen konnte. Mit Challenges und Kalorientabellen. Irgendwann auch mit Bulimie und Abführmitteln. Und immer war ihr Ziel "perfekt" zu sein. Sie wollte so gerne perfekt sein, dass sie sich dafür fast zu Tode gehungert hat. Ich habe ihren ganzen Selbstzerstörungstrip von Anfang bis Ende mitbekommen. Damals waren wir fast sechzehn und gingen in die 10. Klasse, saßen oftmals nebeneinander. Ich mache mir heute noch Vorwürfe, weil ich es nicht früh genug erkannt habe. Damals wusste ich zwar, dass sie etwas abnehmen will, aber welches Mädchen war in dem Alter mit seinem Körper zufrieden. Ich dachte, es ginge nur um 2-3 Kilo. Nicht um 10-15. Zwar weiß ich, dass ich nichts dagegen unternehmen konnte, aber dieser Zweifel, ob frühes eingreifen nicht schlimmeres hätte verhindern können, wird mich wahrscheinlich niemals verlassen. Es war eine furchtbare Zeit, die sehr an unserer Freundschaft gezerrt hat und die ich nie wieder erleben will. Als sie dann ihrer ersten großen Liebe begegnete, ging die Magersucht Schritt für Schritt.

Aber jetzt scheint sie sich langsam wieder in ihren Kopf zu schleichen.

Und ich habe furchtbare Angst davor. Ich will nicht wieder so eine Angst um sie haben müssen, ihr dabei zusehen müssen, wie sie sich selbst Steine in den Weg legt. Ich will nur, dass sie sich selbst liebt. Auch wenn ich mich selbst nicht lieben kann. Ich wünsche mir einfach nur, dass sie glücklich und zufrieden ist. Aber im Moment hat sie viel Stress und es lastet vieles auf ihren Schultern. Das öffnet "Ana" wieder neue Türen. Das war auch der ausschlaggebende Punkt, warum ich wieder bloggen wollte. Ich muss meine Gedanken einfach loswerden, muss darüber schreiben, was mich belastet. Und vielleicht liest es ja jemand, dem es ganz ähnlich geht.

Eins weiß ich jedenfalls ganz genau:

Egal wie schlimm es werden mag, ich werde immer für sie da sein. 

Ich hoffe, dass es momentan nur eine Phase ist. Aber wenn es sich wieder voll entwickeln sollte, werde ich sie unterstützen, wo ich nur kann, die Magersucht erneut zu besiegen.