Sonntag, 23. Juni 2013

Schokolade für dich von Sheila Roberts

Allgemeines:
Titel: Schokolade für dich
Autor/-in: Sheila Roberts
Form: Taschenbuch (386 Seiten)
Verlag: Mira Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2013
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-86278-509-4

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Klappentext:
Aus der Traum! Samanthas "Sweet Dreams Chocolates" steht vor der Pleite. Weder mit geballtem Charme noch mit ihren süßen Kreationen kann sie den Bankdirektor Blake Preston verführen. Jedenfalls nicht zu einem Kredit. Trotzdem gibt sie nicht auf. Ein großes Schokoladenfestival soll Geld in die leeren Kassen bringen. Erstaunlicherweise wird sie bei der Planung von Blake tatkräftig unterstützt. Logisch, dann man sich dadurch näherkommt. Aber niemals würde Samantha sich in einen Banker verlieben - auch wenn er noch so sexy ist ...

Gestaltung:
Ehrlich gesagt finde ich das Cover ja fast ein bisschen verrucht. Er hätte ihr ja auch im Stehen die Praline geben können, aber nein, es wirkt fast wie als seien sie gerade ... naja, ihr wisst was ich meine. Von der Thematik mit der Schokolade passt es schon, aber die Umsetzung gefällt mir nicht so. Aber schön anzuschauen ist es trotzdem.

Meinung:
Der Anfang ist eigentlich recht gut, ich kam schnell rein und wusste wo drum es geht. Was mich allerdings direkt verwirrt hat war, dass ich das Gefühl hatte Sam sei eine Ich-Erzählerin. Dem war aber nicht so. Allerdings kam es dann doch wieder so rüber, dann wieder nicht, was mich dann doch etwas gestört hat. Man hatte keine gerade Trennung fand ich. Man trifft sehr schnell auf Blake und für Sam ist er sofort der Bösewicht, nur weil er nicht das tun kann, was sie will. Und das hielt sich bis zum Ende so, was mich dann doch etwas genervt hat. Immerhin weiß man ja normalerweiße, dass er einem als Banker nicht einfach das Geld geben kann. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden war ungefähr alle 70 Seiten für 2 Seiten vorhanden. Erst auf den letzten 30 kamen die sich überhaupt irgendwie einvernehmlich näher. Die Hauptstory bestand aus dem Retten der Firma, was mich nicht gestört hat da die Story sehr interessant war und man gehofft hatte, dass es doch noch irgendwie gut geht. Auch die ganzen Wendungen haben mir gefallen, da öfter mal was dazwischenkam, es aber nicht zu gewollt wirkte. Ich habe mitgefiebert und war wirklich gespannt wie es weitergeht. Der fesselnde Aspekt war also da. Was mir aber wieder nicht gefallen hat, waren die Träume von Sam, die zwar nur drei oder vier Mal vorkamen, aber vom System her wirkten wie die Alpträume aus einer Kinderfernsehserie. "Der große böse Banker kommt und tritt mich platt." Ungefähr so. Das fänd ich ja gar nicht schlimm, aber mir war das zu viel von diesem ... ja, dieser Art von Traum. Das Ende hat mir auch nicht gefallen. Mir war es zu unspektakulär. Da machen die so einen riesen Aufwand, arbeiten unglaublich hart und dann wird alles von so einer "mikrigen" Sache zu Ende gebracht? Sorry, mir fehlte ein wenig was von dem großen Höhepunkt. War nicht vorhanden, meiner Meinung nach. Außerdem ging mir das mit Blake und Sam vieeeeeeeeeeeel zu schnell. Kann ja sein, dass da ein großer Zeitsprung drin war, hab ich zwar nicht gemerkt aber okay. Aber die Beziehung war zwar süß, aber direkt so "Wir sind jetzt zwei Tage zusammen, heiraten in 3 Wochen und bekommen in 9 Monaten das erste Kind." Hm, das gefiel mir einfach nicht. Sorry, ist einfach nicht meins, vielleicht bin ich da auch zu altmodisch. Auch war das viel zu oberflächlich, denn beide haben sich nur aufgrund des Körpers ineinander verliebt, nicht wegen dem Lächeln oder dem Charakter, ne. Sondern wegen breiten Schultern und langen Beinen. Ächz. Der Schreibstil und auch die Atmosphäre waren okay, es war locker zu lesen und hat mich von der Hauptstory her an der Stange gehalten. Das Retten der Firma war sehr viel interessanter als die Liebesgeschichte. Die ja sowieso fast nicht da war. Pluspunkt für die leckeren Rezepte am Ende des Buches. Die probiere ich aufjedenfall mal aus.

Charaktere:
Das ist mein größter Kritikpunkt. Die meisten Charaktere haben mich einfach nur genervt und waren viel zu oberflächlich. Sams Mum hat sich im Selbstmitleid gesuhlt, ihre eine Schwester wirkte wie eine Partypuppe auf mich etc.

Sam: Sie war viel zu perfekt. Zwar sympathisch, aber zu perfekt. So ungefähr der Traum aller Männer, perfekter Hintern, perfekte Lippen etc. Sympathisch war sie, weil nicht aufgegeben hat und trotz Verzweiflung versucht hat das Beste daraus zu machen. Ich war nicht oft genervt, wenn dann nur weil es sich auf Blakes Körper bezog. Allerdings wirkte Sam mir manchmal etwas zu niedergeschlagen, fast schon depressiv. Okay, kann man verstehen aber sie kann doch so optmistisch sein, wieso dann gleich alles hinhauen? Was mir an ihr auch nicht gefiel war ihr ständiges Gemecker über ihre Mum, fast wie als sei sie ein Pflegefall. Auch darüber, dass die Familie sie nicht unterstützen würde hat sie oft gemotzt was einfach zu übertrieben war. Sie hat es sich ja so ausgesucht. Dann hat mich noch gestört, dass sie Blake keine richtige Chance gegeben hat, überhaupt irgendwas zu erklären, sondern ihm einfach nicht zugehört hat. Er hat die ganze Zeit versucht ihr klar zu machen, dass er auf ihrer Seite steht und sie hat ihm das nicht geglaubt. Warum? Weil er nicht so handeln konnte, wie sie wollte. Das fand ich richtig ätzend.

Blake: Mr. Perfect, passend zu Sam. Ebenfalls perfekt gebaut und blablabla. Ob ich ihn mochte? Es ging so. Er war nicht der typische Macho, eher ein Weichei. Hat sich die ganze Zeit verzweifelt gefragt, wie er Sam dazu bringen kann, ihn zu mögen. Die ganze Zeit. Und das voller Verzweiflung. Man, das war echt schlimm. Er hat sie einmal gesehen und sein ganzes Leben dreht sich um diese Frau. Wenn er an sie dachte, ging es eh immer nur um ihren Hintern oder ihre Beine. Die kannten sich gar nicht und trotzdem drehte sich die ganze Welt um die andere Person! Da waren ein Haufen Gefühle, die ich nicht nachvollziehen konnte.

Cecily: Eine von Sams Schwestern, die einzige Person, die ich wirklich mochte. Fast durchgehend war sie motiviert und optimistisch und das gefiel mir sehr. Sie schien für mich als Einzige wirklich nie aufzugeben und packte voll mit an. Aber auch hier war das Phänomen mit den Männern. Sie kannte ihn nicht, sondern fand nur seinen Körper toll. Das selbe wie oben. Nervig und viel zu oberflächlich. Aber bei ihr nahm es nicht so überhand wie bei ihrer Schwester, es war zu verkraften fand ich.

Zitate:

"Du hast wirklich einen Taschenrechner als Herz. Die Leute sprachen darüber, wie nett Waldo gewesen war, und das Einzige woran sie denken konnte, war Geld."
Sam

Fazit:
Meine Kritikpunkte sind zahlreich, aber am meisten haben mich die Charaktere gestört. Etwas bessere Personen und es hätte mir wirklich sehr viel besser gefallen. Die Hauptstory war interessant und spannend, aber die negativen Punkte sind einfach zu zahlreich.
Daher gibt es noch nette zwei Schmetterlinge.

Vielen Dank an Blogg dein Buch und Mira Taschenbuch für die Bereitstellung dieses Leseexemplars.

Liebe Grüße
Linda

Kommentare:

  1. Hallo,

    nun, vielleicht ist es der Zeitgeist, mit dem man das Cover sehen sollte!

    Z.Z. wird doch gerne eher in Richtung "verrucht" gelesen, wenn es um eine bestimmte Neigung/Richtung geht oder?

    Schönen Sonntag und LG..Karin..

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    1. Ja, das stimmt.
      Aber mich stört es halt etwas, da in der Gesichte nichts dergleichen passiert. Die Küssen sich hier höchstens. Und da finde ich, erweckt das Cover einen etwas falschen Eindruck.

      Liebe Grüße
      Linda

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  2. Hallo Linda,

    nun mit dem etwas "verruchten" Cover lockt man, aber Mäuse..nein natürlich Leser/Käufern an!

    Und bei der Masse an Büchern muss wahrscheinlich jeder Verlag sehen wo er bleibt..Marketingmasche!

    LG..Karin

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    1. Hm, das ist ein Argument. :)
      Aber ich wäre trotzdem ziemlich enntäuscht, wenn ein Buch nicht das halten würde, was ich mir davon verspreche. Immerhin geht der Klappentext ja auch etwas in die Richtung.

      Liebe Grüße
      Linda

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    2. Argh, ich hasse Rechtschreibfehler.
      *entäuscht

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  3. Hallo Linda,

    nun ich hatte schon oft Klapptexte, die nicht das gehalten haben, was sie dem Leser versprechen. Oder auch manche Covertitel versprechen etwas ganz anders.

    Auch in der Buchwelt wird getricks und getäuscht.

    Schönes Wochenende schon mal..LG..Karin..

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