Freitag, 19. Juli 2013

Drachenelfen von Bernhard Hennen

Allgemeines:
Titel: Drachenelfen
Autor/-in: Bernhard Hennen
Form: Taschenbuch (1066 Seiten)
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2011
Preis: 17,99 €
ISBN: 978-3-453-26658-2

Klappentext:
Jede Legende hat ihren Anfang

In einer Zeit, in der Drachen Herrscher über die Elfen sind und Menschen von Dämonen gelenkt werden, taucht eine Elfenjägerin auf, deren Gabe die Welt für immer verändern könnte: Nandalee. Eigenwillig und mutig tritt sie ihre Ausbildung zur Drachenelfe an. Als zeitgleich bei den Menschen ein junger Bauer Herrscher über ein riesiges Volk wird und an der dunklen Macht der Dämonen rührt, beginnt ein neues magisches Zeitalter ...

Gestaltung:
Das Cover mit dem Schwert mit dem Drachenknauf  passt sehr gut und gefällt mir auch. Auf jedem bisher veröffentlichten Elfenbuch prangt so ein Schwert, wenn auch ohne Drachen. Deshalb passt es sehr gut zur Reihe. Auch der Hintergrund gefällt mir gut, da hier Erde und Himmel aufeinander treffen und sich an beiden Orten viel von der Geschichte abspielt.

Meinung:
I'M BACK! Verdammt, dass hat echt lange gedauert. Aber ich bereue es nicht, diese Zeit aufgebracht zu haben. Da ich ja die normalen Elfen-Bücher bereits kenne, habe ich mir von diesem hier Ähnliches versprochen. Ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn ich ein paar Mängel gefunden habe, gefiel mir dieses Buch nicht weniger als die letzten Elfen-Bänder. Der Schreibstil ist ein wenig anstrengend zu lesen, dafür aber sehr authentisch. Auch die Atmosphäre hat super gepasst und die Spannung so wie der Mitreißende und Mitfühlende Aspekt waren vorhanden. (Ist das nicht irgendwie das Gleiche?) Auf jeden fall konnte ich mich gut mit einigen Charakteren identifizieren und auseinandersetzen. Nun mal zur Geschichte. Die Geschichte an sich ist eigentlich echt gut, es spielt alles Jahrhunderte vor den Geschehnissen mit Ollowain und co. Man erfährt viel über Nandalee, über die ich jetzt nicht mehr verraten möchte, falls dieses Buch hier für jemanden das erste Elfenbuch sein sollte. Daneben gibt es dann noch ihren Meister (im Sinne von Lehrer) Gonvalon und ihre Freundin Bidayn. Herr Hennen baut immer wieder Sprünge zwischen den Charakteren ein, so ist man im nächsten Kapitel bei dem Bauern Artax oder dem Söldner Volodi. Einzig die Zwerge fand ich langweilig, die Kapitel dazu waren zum Glück recht kurz. In den älteren Elfenbüchern hat es mich oft genervt, wenn mir der jeweilige Abschnitt nicht gefiel und es trotzdem lang war. So ging es mir hier nicht. Die Spannung war ziemlich ausgeglichen zwischen den einzelnen Situationen (bis auf die Zwerge). Vorher hat die Spannung in einem Abschnitt meist überwogen, meist begleitet von einem Cliffhanger, weswegen sich die anderen etwas gezogen haben. Zu meiner Freude blieb das hier aus.
Auch die Liebesgeschichten kommen keineswegs zu kurz und auch die Wendungen waren meist passend. Die Liebesbeziehung von Nandalee war allerdings für mich nicht nachvollziehbar. Von jetzt auf gleich so verliebt, dass sie nicht ohne einander leben können, was viel zu übertrieben war. Die "Dummheit" von Volodi bezüglich einer Frau war auch nicht verständlich. Aber dafür mochte ich Artaxs Beziehung total und da hab ich mich auch sehr gefreut. Ein Liebesroman ist es aber trotzdem nicht, die Beziehungen werden aber authentisch rüber gebracht. Das eigentliche Thema um das sich das Buch dreht ist der androhende Krieg. Ab und an gibt es auch mal einen totalen Ekelmoment. Und das Ende war soooo aufregend und gleichzeitig gemein, weil es so einen bösen Cliffhanger hat.
Bernhard Hennen erzählt sehr detailreich, übertreibt es aber nicht, so das es immer noch authentisch bleibt. Eine Situation möchte ich aber besonders hervorheben, auch auf die Gefahr hin zu spoilern.
Ich bin Tante eines dreijährigen Neffen und stelle oft einen Bezug zu gelesenem dar. (Sagt man das so?) Ich versuche mich hineinzudenken. Hierbei ging es um die Elfe Lyvianne, die einen kleinen Sohn hatte, kein ganzes Jahr alt. Es fängt süß an und man denkt, die beiden wären glücklich. Er brabbelt von (Fla)Mingos, die in der Nähe sind und seine Mama fragt ihn, ob er bei ihnen schlafen möchte. Süß, dachte ich mir. Doch dann hieß es, er habe ein zu schwaches Herz, sie müsse ein neues Kind auf die Welt bringen. In diesem Moment hat sich in mir alles zusammen gezogen, ich ahnte was kommt. Sie hat ihn ertränkt, was so schrecklich detailreich erzählt wurde. Sein Körper der sich aufbäumt, seine Händchen die nach ihr greifen. Mit Tränen in den Augen habe ich das Buch weggelegt, so sehr hat es mich mitgenommen und so sehr habe ich die Elfe in dem Moment gehasst.
Ich wollte eigentlich einen gesonderten Post machen, um meiner Traurigkeit Herr zu werden. Aber dann kam Nati mit dem "One lovely Blog Award", da kam ich auf andere Ideen.

Charaktere:
So viele Charaktere, deswegen werde ich standardmäßig höchstens drei immer wählen.

Nandalee: Ein tollkühne Jägerin, die sich einfach nicht den Regeln der Drachenelfen fügen kann und mit ihrer Kratzbürstigkeit oft aneckt und sich keine Freunde macht. Ich mochte sie und war sehr gespannt auf sie. Ich mochte ihren Mut zu Beginn sehr und auch sie selbst. Aber spätestens als sie bei den Drachenelfen gelandet ist, hat sich die Sympathie etwas rar gemacht. Ich mag sie immernoch, aber nicht mehr so sehr wie zuvor. Ihre Handlungen fand ich manchmal einfach nur dumm und eigentlich mag ich rebellische Leute, aber sie hat es ohne Grund übertrieben. Dann halt die Liebesgeschichte, die mir zu schnell kam. Auch ihr Verhalten gegenüber ihrer Freundin Bidayn fand ich fragwürdig. Trotz allem mag ich sie irgendwie immer noch.

Artax: Ein Bauer der von einem Devanthar(Dämon) in den Körper des Unsterblichen Aaron gesetzt wird, wo er sich mit den Stimmen seiner Vorgänger auseinandersetzen muss, die mehr als unsympathisch und kaltherzig sind. Aber ... Ich liebe ihn! Artax ist so ein klasse Kerl, so einen würde ich sofort zum König wählen. Er ist einfach toll! Etwas scheu bei seiner Herzensdame, aber da er ein Bauer ist/war, weiß er wie es am Ende der Nahrungskette steht und möchte dies ändern. Er stellt sich nicht über andere und sieht jeden Mensch als gleichwertig an. Von seinen Männern würde er nichts verlangen, was er nicht selbst tun würde. Und er würde für jeden von ihnen sein Leben geben. Ich find den Typen einfach soooooo großartig.

Volodi: Ein Söldner der sich Artax's Mannschaft angeschlossen hat und ein wenig unbeholfen rüber kommt. Er beherrscht die Sprache nicht vollständig, weswegen er so etwas niedliches trottelhaftiges hat. Die Protagonisten sind zwar eigentlich Artax und Nandalee, aber auch ihn hab ich echt ins Herz geschlossen und er kam ziemlich häufig ohne einen der beiden vor. Als tollkühner und verliebter Soldat musste ich ihn einfach gern haben.

Zitate:

"Stolze Worte, Schwester. Sie werden sich mit dem unerbittlichsten aller Gegner messen müssen: der Zeit."
Bidayn zu Nandalee

"Wenn ihr den Mist in Eurem Leben schon nicht loslassen könnt, packt ihn wenigstens hinter Euch, dass er Euch nicht andauernd den Blick auf die Zukunft versperrt."
Der schwebende Meister (Drache) zu Nandalee

Klugheit und Mut öffnen dir letztlich jede Tür, hatte ihr Vater immer gesagt.
Aya (Haremsdame)

Fazit:
Ein tolles Buch, welches mich nicht entäuscht, sondern eher überrascht hat. Ich bin schon richtig gespannt auf die nächsten Bände, aber die werden wohl noch etwas auf sich warten lassen. Aber ich kann jedem der gerne Fantasy liest und in eine vollkommen neue Welt abtauchen will die Elfenbücher von Bernhard Hennen mit gutem Gewissen empfehlen. Es hat sich leider an manchen Stellen etwas gezogen, und es hätte eigentlich auch ein paar Seiten weniger haben können.
Deswegen gibt es immer noch tolle 4,5 Schmetterlinge.

Wisst ihr was? Ich hab endlich Sommerferien!

Gaaaaanz liebe Grüße
Linda

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