Sonntag, 19. Januar 2014

Sackgasse Freiheit - Aus dem Leben eines Straßenkindes von Jana Frey

Allgemeines:
Titel: Sackgasse Freiheit - Aus dem Leben eines Straßenkindes
Autor/-in: Jana Frey
Form: Taschenbuch (189 Seiten)
Verlag: Loewe
Erscheinungsjahr: 2008
Preis: 5,95 €
ISBN: 978-3-7855-6467-7

Klappentext:

Sofia, 14 Jahre, lebt auf der Straße. Schnell muss sie begreifen, dass sich ihre Hoffnung auf Freiheit nicht erfüllt. Stattdessen wird ihr Alltag ein Kampf gegen Hunger, Einsamkeit und pure Verzweiflung. Immer tiefer gerät Sofia in einen Teufelskreis, aus dem sie sich mit eigener Kraft nicht befreien kann. Doch dann lernt sie Ätze kennen ...

Einfühlsam erzählt Jana Frey die Geschichte eines deutschen Straßenkindes - bewegend und schockierend.

Gestaltung:
Das Cover ist ja nicht so besonders, aber das ist ja normal bei dem Genre. Also, relativ normal. Ich weiß nicht genau, was ich dazu sagen soll. Immerhin sieht man ein ziemlich niedergeschlagenes Mädchen. Sofia färbt sich im Buch irgendwann die Haare und danach sah sie so für mich aus.

Meinung:
Ich muss gestehen, dass mir diese Rezension gerade sehr schwer fällt. Es fängt damit an, dass man Sofia und ihre Familie kennen lernt. Ihre Mutter, ihren Stiefvater und den kleinen Bruder Robin und noch ein paar andere Charaktere. Ich weiß nicht genau, wann Sofia abhaut, aber ich hab nicht verstanden, warum es so lange gedauert hat, bis sie diesen Schritt getan hat. Die meiste Zeit des Buches lebt sie zuhause und wenn ich sie wäre, wäre ich längst abgehauen. Diese Hölle hätte ich mir doch nicht angetan. Aber ich bin da wohl nicht empathisch genug für. Leider hatte ich am Anfang das Gefühl, dass es zu langatmig war und sich alles nur um die Vorgeschichte zu dem eigentlichen "Straßenkind" drehte. Das hat sich dann gelegt im Vergleich zu Sofias Zeit auf der Straße. Das war zu kurz beschrieben. Wenn sie jemanden kennen gelernt hat, dann war diese Person niemals länger als zwei Seiten relevant für die Geschichte. Am Ende ging mir einfach alles zu schnell, während es sich am Anfang sehr gezogen hat. Trotzdem war die Geschichte sehr unterhaltsam und vor allem die Eltern von Sofia hätte ich dermaßen mit den Köpfen gegen irgendwelche Wände schlagen können. Das sind so Menschen, denen man verbieten sollte Kinder zu bekommen. Wirklich, da bin ich so aggressiv geworden. Sofia selbst tat mir am Anfang wirklich leid, weil sie wegen jeder Kleinigkeit von ihren Eltern verprügelt wurde, weil ihre Mutter sie einfach nur gehasst hat usw. Allerdings weiß ich nicht wirklich, wie ich sie beschreiben soll. Aber dazu später mehr. Der Schreibstil war vollkommen okay, mir ist da nichts negatives ausgefallen. Die Atmosphäre ... ich finde, dass ist bei so Realitybüchern immer schwer zu beschreiben, bei Fantasybüchern spürt man das einfach klarer finde ich. Aber es gab da nicht wirklich etwas auszusetzen, meiner Meinung nach. Was mir weniger gefallen hat, ist der Bezug zum Klappentext. Die ganze Zeit habe ich praktisch darauf gewartet, Ätze kennen zu lernen. Ich glaube auf Seite 150 oder 160 hat man ihn dann zum ersten Mal angetroffen. Von 189. Das fand ich ehrlich gesagt etwas schwach. Aber wie gesagt, im zweiten Teil ging es alles Schlag auf Schlag. Die Charaktere sind leider alle nicht wirklich zu beschreiben, da man halt wirklich nicht wirklich viel erfahren. Sie waren ja sofort wieder weg. Und das war halt wirklich schade, denn es gab ein oder zwei Charaktere, die hätten mir wirklich gefallen, wenn man sie mehr ausgebaut hätte. Aber das ging nicht, da das Buch anscheinend sogar auf einer wahren Geschichte basiert. Zumindest wird im Prolog erklärt, dass sich die Autorin irgendwo mit Sofia getroffen hat. Das Ende war mir wieder etwas holprig. Vielleicht ging es auch nicht besser umzusetzen, ich kenn mich mit so etwas ja nicht aus. Zum Bücher schreiben habe ich kein Talent, auch wenn ich es gern hätte.
 
Charaktere:
 
Sofia: Ich weiß ehrlich nicht, wie ich Sofia beschreiben soll. Man lernt sie als kleines Mädchen, mit vielleicht fünf Jahren kennen. Liebe kennt sie nicht. Von Anfang an wurde sie von ihrer Mutter mit Ignoranz und Verachtung gestraft. Und als Sofia älter war, musste sie praktisch als Hausfrau dienen. Nicht immer, nur dann, wenn die Mutter gerade Kopfschmerzen oder so hatte. "Sofia, räum den Tisch ab, bring deinen Bruder ins Bett etc." Das hat mich wirklich angekotzt. Mitleid ist glaube ich die Einzige Emotion die ich mit Sofia verbinde. Ich weiß nicht, aber sie war mir einfach zu unbeschreiblich. Wenn ich an sie denke, kann ich keine klaren Dinge manifestieren. Sie war die meiste Zeit wohl unter Drogen, nach dem sie abgehauen ist. Und natürlich ist es nicht einfach gewesen für sie. Aber ich weiß trotz allem nicht, wie ich sie beschreiben soll. Sie ist wirklich eine Protagonistin, die ich wahrscheinlich nie wirklich verstanden habe, in die ich mich nicht einmal wirklich hineinversetzen konnte. Tut mir leid, ich kann euch hier keine ordentliche Beschreibung liefern. Dafür war sie zu undurchschaubar und es gab auch eine Art Distanz zwischen uns.
 
Zitate:
 
Leider keine
 
Fazit:
Eine undurchschaubare Protagonistin, Eltern die ich am liebsten, sorry, zusammengeschlagen hätte und eine Story, die kein richtiges Tempo gefunden hat. Das sind die ersten Dinge, die mir zu diesem Buch einfallen. Ich weiß nicht wirklich, was ich noch sagen kann. Trotz allem war es unterhaltsam. Es gab zwar keine wirklich großen Spannungsmomente, aber als kleines Buch für zwischendurch ist es trotzdem gut.
Deswegen bekommt dieses Buch von mir 3/5 Schmetterlingen.
 


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