Dienstag, 28. Januar 2014

Schattenspieler von Michael Römling

Allgemeines:
Titel: Schattenspieler
Autor/-in: Michael Römling
Form: Hardcover (335 Seiten)
Verlag: Coppenrath
Erscheinungsjahr: 2012
Preis: 14,95 €
ISBN: 978-3-8157-5307-1

Klappentext:

April 1945: Berlin liegt in Schutt und Asche, und die Rote Armee steht bereits vor den Toren der Hauptstadt. In den Wirren der letzten Kriegstage kreuzen sich die Wege von Friedrich und dem jüdischen Jungen Leo, der die Nazizeit in dunklen Kellern überleben konnte. Beide sind auf der Jagd nach einem großen Geheimnis: Irgendwo in Berlin liegt ein unsagbar wertvoller Schatz verborgen, den ein hochrangiger SS-Offizier vor Kriegsende noch schnell beiseiteschaffen will. Bald stoßen die Freunde auf eine heiße Spur. Doch die Zeit wird knapp, denn Friedrich und Leo sitzt ein mächtiger Gegner im Nacken, der vor nichts zurückschreckt.

Gestaltung:
Ist das nicht obermegacool? Ich finde dieses Buch so extrem schön gestaltet. Der Umschlag ist so ein bisschen transparent und da sieht man hier ein bisschen etwas von der Karte. Und jetzt ratet mal welche Stadt das ist? Das Cover finde ich auch ziemlich schön, mir gefällt vor allem die Gestaltung der Schrift mit diesem drum herum. Auch dieses Blau drum herum mag ich sehr. Das eher schlichte Cover mit dem tollen Buch darunter gefällt mir einfach richtig gut.

Meinung:
Als ich es in den Händen hielt, habe ich mich wirklich darauf gefreut. Der Einstieg fiel mir auch nicht schwer, es war ein ganz kleines bisschen holprig, aber verständlich. Zunächst wollte das Buch mich irgendwie nicht so packen, es war zwar spannend, aber wirklich zum weiterlesen motiviert hat es mich dann doch nicht. Erst als man ein bisschen mehr über Friedrich und Leo erfahren hat, wollte ich wirklich wissen, wie es denn weitergeht. Das ganze war auch wirklich spannend und je weiter ich kam, desto schneller wollte ich zum Ende kommen. Ich bin währenddessen unglaublich neugierig auf das Ende geworden. Vor allem wusste man ja, wer denn hinter allem steht, aber man kannte seine Komplizen nicht. Und diese waren bis zum Schluss nicht zu entschlüsseln. Leider gab es unglaublich viele Namen in dem Buch, da kam man leicht durcheinander. Vor allem da es mitunter russische oder amerikanische Namen waren. Das Buch wurde aus der Erzählerperspektive erzählt, jeweils immer unterschiedlich. In dem einen Kapitel geht es um Leo, im nächsten um Friedrich und in dem anderen um den SS-Offizier. Erst als Leo und Friedrich zu einander gefunden haben wurde es für mich so richtig richtig spannend. Denn von hier an ging alles ein wenig schneller, da man sich nur noch auf eine Situation mit zwei Protagonisten konzentrieren musste, statt auf zwei separate Situationen. Zudem war es das, worauf ich mich die ganze Zeit gefreut habe. Ich war richtig ungeduldig, weil ich die beiden unbedingt zusammen erleben wollte. Der Schreibstil war schön flüssig (habe ich jemals etwas anderes über den Schreibstil eines Autors gesagt?), leicht zu lesen und nicht irgendwie kompliziert oder so. Es war auch schön authentisch, die Atmosphäre hat super gepasst. Und gegen Ende hin war es einfach nur so spannend. Ich wusste absolut nicht, wie der Autor die Geschichte zu Ende bringen will, ich hatte keine Ahnung. Und es war ja wirklich eine wirklich tolle Geschichte, mit einer wirklich tollen Schatzsuche.

Charaktere:

Leo: Ein jüdischer Junge, dessen Eltern beim Holocaust ums Leben kamen. Sein Freund Wilhelm hat ihm Unterschlupf gewährt, jedoch wurden die Beiden getrennt. Leider muss ich sagen, dass ich so meine Probleme mit den Charakteren hatte. Ich weiß nicht genau, wie ich sie beschreiben soll. Viel von ihnen erfahren hat man irgendwie nicht und bestimmte Charaktereigenschaften haben sich auch nicht wirklich herauskristallisiert. Aber Leo kam mir irgendwie wie der kleinere und schüchternere der beiden Jungs vor. Ich versteht bestimmt was ich meine. Er war ruhiger und auch ein wenig ängstlicher, hatte ich das Gefühl. Trotzdem war er nicht wirklich schüchtern, sondern einfach nur ruhig und gefasst. Ich mochte Leo, er war sympathisch und tat einem stellenweise Leid.

Friedrich: Friedrich, ein junge mit gefälschtem Artest für seine gefälschte Taubheit. Er lebt mit seiner (wirklich) blinden Schwester und seiner Mutter in Berlin. Sein Vater dient dem Land. Er ist eher der ernstere von den Jungs, während mir Leo eher etwas verspielter vorkam, aber auch ruhiger. Friedrich schein mutiger zu sein, ebenfalls ruhig, aber auch ein wenig abenteuerlustig. Klar, die Beiden hatten harte Zeiten hinter sich. Aber Friedrich schien es leid zu sein, immer nur rum zu sitzen und nichts zu tun. Er hat sich seiner Mutter widersetzt und immer versucht, irgendetwas nützliches zu tun. Ich mochte beide Jungs und ich weiß nicht, welchen ich lieber hatte.
 
Zitate:

Leo verstand. "Und eine Einladung zum Selberdenken", sagte er.
Wilhelm nickte. "Falls dazu noch jemand fähig ist hierzulande."
"Vielleicht lernen sie's wieder."
"Ich glaube eher, sie konnten es noch nie."
Leo/Wilhelm

Fazit:
Eine spannende Suche, zwei nette Protagonisten, ein undurchschaubarer Gegner. Eigentlich alles, was eine gute Geschichte braucht. Es ist auch ein richtig gutes Buch, mit einem tollen Schreibstil und einer wirklich interessanten Geschichte. Aber für die volle Punktzahl hat mir einfach etwas gefehlt, da hat es mich nicht genug gepackt.
Dieses Buch bekommt von mir 4/5 Schmetterlingen.

Falls diese Rezension etwas komisch zu lesen ist, tut es mir wirklich leid, aber ich habe mich auch wirklich etwas schwer getan diese zu schreiben.

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