Sonntag, 23. Februar 2014

Einmal und für immer von Ciara Geraghty

Allgemeines:
Titel: Einmal und für immer
Autor/-in: Ciara Geraghty
Form: Taschenbuch (523 Seiten)
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-453-41071-8

Klappentext:

Zwei Leben.
Zwei Wahrheiten.
Zwei Entscheidungen.

Kat, 39, ist nicht verliebt. Sie hat eine Menge Freunde, einen gewöhnlichen Job und sie denkt niemals über ihre Vergangenheit nach. Das ist Kats Geschichte. Nichts davon ist wahr.
Milo, 9, liebt seine Mum, Bananenmuffins und seinen Erste-Hilfe-Kurs. Er denkt nie über seine Zukunft nach. Das ist Milos Geschichte. Alles davon ist wahr.
Und dann gibt es noch eine andere Geschichte, eine, bei der sich die Lebenswege eines Jungen aus Brighton und einer Frau aus Dublin durch eine Laune des Schicksals kreuzen und alles auf den Kopf gestellt wird.
Dies ist die Geschichte, die gerade erst beginnt ...
 
Gestaltung:
Ich finde das Cover ja echt klasse muss ich sagen. Die Haare und die Augen gefallen mir besonders und mit den Schmetterlingen und der Hintergrundfarbe löst es bei mir so ein Frühling-/Sommerfeeling aus. Und als ich das dann mit dem Inhalt verglich kam ich mir ein bisschen fehlgeleitet vor. Denn das Buch spielt hauptsächlich im Winter, rund um Weihnachten. Das fand ich ein bisschen schade, denn irgendwie muss ich hier wirklich an Sommer oder Frühling denken, statt an den Winter.
 
Meinung:
Um ehrlich zu sein habe ich von der Autorin noch nie etwas gehört. Aber ich fand das Buchcover mega schön und habe mich wirklich auf das Buch gefreut. Auch wenn die Geschichte anders war, als ich erwartet habe. Eigentlich dachte ich nämlich, dass sich die zwei zufälligerweise irgendwie treffen und daraus so eine ganz besondere Art Freundschaft verbindet. Dies war jedoch nicht der Fall. Stattdessen dauert es ein bisschen, bis die Beiden einander begegnen. Man hatte immer Sichtwechsel pro Kapitel. Und es wurde immer entweder aus Milos Sicht oder aus der Sicht von Kat geschrieben. Wobei es sich nicht unbedingt die Waage gehalten hat, was meine Laune dabei anging. Mal fand ich Kats Leben spannender als das von Milo und andersherum. Das hat zwar der Geschichte keinen Abbruch getan, aber ihr wisst schon, dann will man lieber ganz schnell wieder zum nächsten Kapitel kommen. Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht schwer, es wurde bereits auf der ersten Seite gut und spannend beschrieben, was genau eigentlich passiert ist. Es gab nämlich einen Autounfall. Und dieser Unfall bringt einen ziemlichen Stein ins Rollen. Woraufhin sich dann irgendwann Milo und Kat treffen. Die Geschichte an sich war wirklich interessant, die Charaktere waren ebenfalls toll. Es gab einen Punkt in dieser Geschichte, so ziemlich ab der Hälfte des Buches, ab dem man eins und eins zusammen zählen und sich seinen Teil denken konnte. Man konnte also vermuten, wie Milo und Kat zueinander finden. Wobei es in dem Bezug eigentlich weniger um Milo ging, er war mehr eine Art Bindeglied. Nun gut. Die Geschichte um Kat fand ich dahingehend interessanter, dass man über sie sehr viel mehr in Erfahrung bringen konnte. Immerhin lebt sie sehr viel länger als Milo. Wie gesagt, man konnte viel über Kat herausfinden, was meiner Meinung nach die Geschichte um ein vielfaches interessanter gemacht hat. Denn als ich ahnen konnte, worauf das alles hinausläuft, konnte ich das Buch kaum noch weglegen. Besonders spannend und herzzerreißend wurde es vor allem dann, als es um Ed ging. Ed ist Kats Bruder, der am Down-Syndrom leidet. Ich habe diesen Kerl so geliebt, ich fand Ed so niedlich und süß. Der war richtig toll und hat mir richtig gut gefallen. Deswegen ging mir das alles um Ed wirklich an die Nieren. Leider ist er nicht soooo eine wichtige Person gewesen, weswegen ich ihn nicht mit unten in die Charakterbeschreibung packen kann. Hätte ich liebend gerne gemacht, aber da ist jemand anders wichtiger. Wie gesagt, ab der Hälfte des Buches kam es mir wirklich so vor, wie als würden die Seiten sich von selbst umblättern. Das Buch konnte ich nicht mehr weglegen, ich wollte unbedingt wissen ob ich mit meiner Theorie rechtbehalten könnte, oder ob es doch anders ausgeht. Was mir dann noch einmal besonders gut gefiel, war das Ende. Das hat mich dann noch einmal richtig gepackt und mich mit einem Lächeln zurück gelassen. Im Allgemeinen fand ich das Buch sehr interessant und auch emotional. So gab es einige Situationen, in denen ich richtig mitgefühlt habe, egal ob nun schöne oder traurige Situationen.
 
Charaktere:
 
Kat: Katherine Kavanagh, wie sie eigentlich heißt. Sie ist Schriftstellerin unter einem Pseudonym. Sowieso wirkte sie auf mich eher ängstlich und unscheinbar. Jemand, der Angst vor den Meinungen anderer hat und sich immer mit Ihnen vergleicht. Wenn man zum Beispiel liest, wie sie sich mit ihrer besten Freundin Minnie vergleicht, so wirkt sie sehr von Komplexen geplagt. Denn bei Minnie scheint alles perfekt zu sein. Und bei Kat irgendwie nicht. Sie verkriecht sich zuhause, wirkte irgendwie nicht wirklich so, wie als sähe sie einen Sinn in ihrem Leben. Bis auf einmal eine Veränderung in ihr vorgeht, bis sie begreift, was eigentlich in ihrem Leben wirklich zählt. Dann ist sie nicht mehr ganz so die Kat wie zuvor. Auch wenn die Veränderungen langsam von statten gehen und sie wahrscheinlich viel Zeit braucht. Vorher ist Kat immer weggerannt wenn es um wichtige Entscheidungen ging, sie ist immer geflohen. Und damit hört sie dann auch, was mir wirklich sehr gut gefiel. Im Allgemeinen konnte ich mich gut mit Kat identifizieren, weil ich früher einmal ähnlich war. Bezüglich dem Wegrennen zum Beispiel. Sie war sympathisch, wenn auch manchmal etwas unverständlich. Aber wer weiß, vielleicht hätte ich ja genauso reagiert (früher).
 
Milo: Ein süßer 9-jähriger Junge, der mir total gut gefallen hat. Mit seiner kindlichen Naivität hat Milo mir wirklich das Lesen noch mehr versüßt. Er war ein kleiner Optimist, so hatte ich das Gefühl. Wenn auch nicht immer, so zumindest sehr oft. Aber er hat auch viel gegrübelt, ist dabei aber trotzdem in dieser kindlichen Sparte geblieben. Es war auf jeden Fall sehr glaubwürdig. Aber Milo war einfach total putzig, ein kleiner Beschützer zum Schluss sogar auch. Und er war nicht schüchtern, hat Sachen selber in die Hand genommen. Zum Beispiel, um die Menschen die ihm wichtig sind glücklich zu machen. Er wollte keinem zur Last fallen und hat immer betont, dass er ja bald schon zehn sei. Trotzdem hat er manchmal solche süßen, wenn auch sorgenvolle Gedankengänge gehabt, dass es einfach mega niedlich war. Ich bin mir gerade gar nicht mehr so sicher, ob er wirklich ein Optimist war, aber ich glaube schon. Milo hat sich auf jeden Fall nicht unterkriegen lassen. Und seine Beziehung zu Ed fand ich ja besonders süß, die beiden sind richtige Kumpels geworden. Milo gefiel mir total gut, er war halt so ein kleiner knuffiger Junge, den man gerne mal in den Arm nimmt.
 
Faith: Milos ältere Schwester, die zwar manchmal etwas kratzbürstig rüberkam, aber trotzdem total in Ordnung war. Vor allem war für sie das alles nicht einfach. Sie ist vierundzwanzig Jahre alt und singt in einer Band. Was sie beruflich macht oder ob sie studiert, habe ich gerade leider nicht mehr im Kopf. Aber ich habe sie mir immer mit einem leicht asiatischen Touch vorgestellt. Helle Haut, aber schwarze Haare. Und grüne Augen, wenn ich mich richtig entsinne. Sie hat auf mich immer etwas rebellischer, rockiger gewirkt. Für Faith war das alles wirklich nicht einfach und man merkt vor allem bei ihr immer wieder, wie es ihr denn geht und wie sie sich fühlt. Meistens schien sie sehr mitgenommen, sehr traurig zu sein. Aber sie war auch sehr ungeduldig und hat sich nach 'ner gewissen Zeit selbst dran gemacht, die Lösung des Rätsels zu finden. Ich mochte Faith total, sie ließ sich nichts gefallen und hat, glaube ich, auch nicht wirklich viel auf das gegeben, was andere von ihr denken. Sehr schön war vor allem, dass sie immer für Milo da war, sich um ihn gekümmert und ihn verstanden hat. Das Faith eine wichtige Rolle in dem Buch einnimmt, war mir am Anfang nicht ganz so klar, aber mir gefiel die Wendung und ich fand es wirklich schön zu sehen, wie es Faith und den anderen damit geht und wie sie mit der Situation umgehen.
 
Zitate:
 
Wenn er eine Rechenaufgabe wäre, dann zwei plus zwei. Ich bin eher eine Gleichung mit mehreren Unbekannten.
Kat über Thomas (Partner)
 
Fazit:
Die unterschiedlichsten Gefühle gingen in mir umher, als ich dieses Buch las. Trauer, Freude, Enttäuschung und Zufriedenheit. Mit Kat und Milo habe ich sehr gerne meine Zeit verbracht, vor allem Milo ist mir sehr ans Herz gewachsen. Den Kleinen muss man einfach gern haben. Das Thema um das es eigentlich geht ist nichts einfaches, aber die Autorin hat es geschafft, einem dieses Thema so gut wie möglich dazulegen, ohne einen zu einer Meinung drängen wollen. Leute, lest es, es ist toll! Ich bin sogar ein bisschen traurig, dass ich Milo erst einmal nicht wiedersehen werde.
Dieses Buch erhält von mir 5/5 Schmetterlingen und ist auf jeden Fall eines meiner Monatshighlights.
Vielen Dank an die Buchhandlung Windrose für die Bereitstellung des Leseexemplars.

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