Sonntag, 16. März 2014

Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens von Sebastian Niedlich

Allgemeines:
Titel: Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
Autor/-in: Sebastian Niedlich
Form: E-Book (297 Seiten)
Verlag: dotbooks
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 4,99 €
ISBN:  eBook 978-3-95520-450-1

Inhalt:

„Meine Gabe, den Tod anderer Leute voraussehen zu können, hat schon was. Gibt ein prima Partyspiel. ‚Hey, ich sage euch, wer als Nächstes stirbt!‘ Spaß für die ganze Familie!“

Freunde sind etwas Wunderbares. Und manchmal findet man sie an den ungewöhnlichsten Orten. Martin hätte allerdings darauf verzichten können, am Sterbebett seiner Großmutter die Bekanntschaft des leibhaftigen Todes zu machen. Dieser hat sich eingefunden, um die Seele der alten Dame sicher ins Jenseits zu befördern – und ist begeistert, dass ihn endlich jemand sehen und hören kann. Für ihn steht fest: Martin und er sind dazu bestimmt, beste Freunde zu werden. Schließlich ist er ein echt netter Typ! Und hey: Niemand kann so glaubhaft versichern, dass man weder an Langeweile, noch an einem gebrochenen Herzen sterben kann … Im Laufe der Zeit gewöhnt Martin sich daran, dass der Leibhaftige stets bei ihm auftaucht, wenn er es am wenigsten gebrauchen kann. Doch als er eine ganz besondere Frau kennenlernt, muss er sich eine entscheidende Frage stellen: Macht es überhaupt Sinn zu leben, zu lieben und nach dem Glück zu suchen, wenn am Ende doch immer der Tod wartet?

Gestaltung:
Ich finde das Cover ja irgendwie richtig cool. Der Schmetterling und der Tod (genauso wie die Bowlingsachen) passen zum Buch und lassen das Cover irgendwie niedlich aussehen. So ein ganz kleines bisschen Comicmäßig. Die Farbe finde ich auch gut weil dieses Gelb/Orange so etwas lebensfrohes hat.

Meinung:
In "Ernas kleines Weihnachtswunder" gab es eine Leseprobe zu diesem Buch und die fand ich so gut und so lustig, dass ich es unbedingt haben wollte. Dann gab es das Buch bei Blogg dein Buch und ich war so glücklich, als ich es haben durfte. Worum es geht steht ja eigentlich im Klappentext, mehr muss man da nicht hinzufügen. Die ersten Kapitel kannte ich bereits aus der Leseprobe und die haben mir ja wirklich super gefallen.  Der Einstieg fiel mir also nicht schwer und ich war sofort Feuer und Flamme. Und es ist wirklich sooo gut. Martin, die Hauptperson, ist wirklich ein richtig toller Protagonist. Ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Und irgendwie hat der Tod als Person auch eine ganz andere Wirkung auf mich gehabt, als wenn man so vom "Sensenmann" spricht. Er war menschlich, verletzbar. Und das hat ihm irgendwie das gruselige genommen. Denn niemand denkt an den Tod als normalen Menschen mit besonderem Job. Sehr besonders. Aber auch die Freundschaft zwischen den beiden ist etwas ganz besonderes. Leider auch nicht ohne Probleme, aber es hat so seinen ganz eigenen Charme, den Tod als Freund zu haben. Das ist einer der Fäden, der sich durch das ganze Buch zieht und einen sehr berührt. Ich zumindest habe sowohl Martin als auch Tod lieb gewonnen. Was mir besonders gut gefallen hat an dem Buch, war der Aufbau der Geschichte. Man lernt Martin kennen, als er auf einer Parkbank sitzt und darauf wartet zu sterben. Weil er halt weiß, dass er an dem Tag sterben wird. Dann taucht Tod auf und man hat einen kleinen Zeitsprung. Denn als nächstes ist Martin sieben und die beiden begegnen sich zum ersten Mal. Von da an nimmt die Geschichte eigentlich so ihren Lauf. Die Beiden werden Freunde und man begegnet Tod des Öfteren, mal über einen kürzeren oder längeren Zeitraum. Martin kann man währenddessen beim älter werden zusehen. Er wird zum Teenager, hat die ersten Probleme im Sinne der Pubertät. Danach geht es weiter, Studium, Arbeit etc. Man begleitet Martin sein ganzes Leben lang, was ich sehr schön fand. Denn für mich ist er einfach ein sympathischer Kerl, der es leider nicht so leicht hat. Unglücklicherweise läuft wirklich einiges schief in Martins Leben, wofür er selbst leider gar nichts kann. Und dann sitzt man immer da und denkt sich einfach nur, was für eine pechsträhne er mitunter hat. Dazu muss man wohl erwähnen, dass es auch gute Zeiten gibt. Und die sind dann auch wirklich sehr schön. Aber wenn man den Tod, einen unsichtbaren, zum besten Freund hat, ist vieles komplizierter. So leider auch für Martin. Der Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Buch war voller Humor und wirklich nett zu lesen. Es gab so viele Stellen wo ich einfach laut lachen musste. Die waren wirklich toll. Im Allgemeinen ist es ein schönes Buch, welches ich gerne gelesen habe.

Charaktere:

Martin: Der Protagonist, den man als kleinen Jungen kennen lernt. Er ist ein toller Bursche, damals noch voll süß und auch ein bisschen naiv. Aber er wird erwachsener im Laufe des Buches. Leider wird er in der Zeit immer wieder mit dem Tod konfrontiert, und damit meine ich nicht seinen Freund, sondern den Tod anderer Menschen. Dies führt leider dazu, dass Martin ziemlich abgeschottet lebt, ein Außenseiter dasein führt. Tod ist dabei mitunter sein einziger Freund. Was nicht unbedingt heißt, dass die beiden die tollste Freundschaft führen. Ganz im Gegenteil. Es gab Zeiten, da wollte Martin partout nicht mit Tod reden und ich konnte es wirklich verstehen. Denn da lief tatsächlich einiges schief. Ich mochte Martin wirklich sehr, konnte seine Handlungsweisen verstehen und mich in ihn hineinversetzen. Er ist furchtbar nett und freundlich. Vor allem hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Menschen zu helfen. Er ist also auch noch hilfsbereit. Und hoffnungslos verliebt. Dabei ist er so ein netter Kerl, der immer nur versucht gutes zu tun. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Alles in allem ist er aber ein klasse Typ, der auch mal Mut beweist und mir einfach nur sympathisch war.

Tod: Der leibhaftige Tod, der in diesem Buch irgendwie so eine menschliche Seite zeigt. Tod war nicht nur Martins Freund, er war auch eine Art heimlicher Wegweiser. Was Martin (und mir an seiner Stelle) jedoch manchmal gar nicht gefallen wollte. Ich meine, er wollte zwar das Beste für Martin, aber das Beste ist in dem Sinne ansichtssache. Leider. Es gab auch Situationen der totalen Funkstille zwischen den Beiden, diese waren dann immer etwas "ruhiger". Es fehlte einem halt die zweite Bezugsperson zu diesem Buch und das war nicht ganz so toll. Obwohl man nur wenig über ihn erfährt, wächst Tod einem doch irgendwie ans Herz, denn er hat wirklich diese menschliche Seite an sich. Die, die verletzlich und glücklich und traurig und so weiter sein kann. Das ist der Tod aus dieser Geschichte, der mir gut gefallen hat.

Zitate:

Wenn ich irgendwo Hindernisse sehe, springe ich nicht darüber, ich gehe um sie herum.
Martin über Schulsport

"Und nur dass eins klar ist: Ich finde dich zwar ganz schnuckelig, aber du bist zu jung für mich. Außerdem habe ich einen Freund. Glaube ich. Jedenfalls hatte ich noch einen, als ich meine letzte Schicht angefangen habe. Das war letzten Monat oder so. Was ich eigentlich sagen wollte ... die Telefonnummer ist für den Fall, dass du ernsthaft daran interessiert bist, Medizin zu studieren. Sollte sie irgendwo an einer Toilettenwand landen und ich obszöne Anrufe bekommen, dann suche ich deine Adresse aus den Akten raus und überlege mir, wo ich an dir meine chirurgischen Kenntnisse verbessern kann."
Simone (Ärztin)

Mein persönlicher Soundtrack:

Fazit:
Mit einem humorvollen Schreibstil erzählt einem der Ich-Erzähler Martin hier von seinem Leben. Begleitet von seinem besten Freund dem leibhaftigen Tod, erlebt er sehr viel Merkwürdiges, was ihm ohne Tod wohl nicht passiert wäre. Auch stehen ihm durch diese Freundschaft Türen und Möglichkeiten offen, die ihn und seine Geschichte zu etwas ganz Besonderem machen. Ich habe dieses Buch wirklich sehr gerne gelesen und fühlte mich gut unterhalten.
Martins Lebensgeschichte mit dem Tod an seiner Seite erhält von mir 5/5 Schmetterlingen.
 Vielen Dank an Blogg dein Buch und den dotbooks Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

1 Kommentar:

  1. Hmmm, zum Ende gehen die beiden Jungs nochmal so richtig ab, hihi.....

    LG..Karin..

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