Montag, 24. März 2014

Mein böses Herz von Wulf Dorn

Allgemeines:
Titel: Mein böses Herz
Autor/-in: Wulf Dorn
Form: Taschenbuch (410 Seiten)
Verlag: cbt
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-570-30891-2

Klappentext:

Traue niemandem,
nicht einmal dir selbst!

Seit dem Tod ihres Bruders wurde Doro von Halluzinationen verfolgt, aber eigentlich dachte sie, die Wahnbilder in den Griff bekommen zu haben. Als sie mit ihrer Mutter aufs Land zieht, scheint die neue Umgebung jedoch erneut etwas in ihr auszulösen. Stimmen verfolgen sie. Und eines Nachts sieht Doro im Garten einen Jungen: verstört, abgemagert, verzweifelt. Der Junge bittet sie um Hilfe - und ist dann spurlos verschwunden. Wenig später erfährt Doro, dass er schon vor ihrer Begegnung Selbstmord begangen haben soll ... 

Gestaltung:
Das Cover finde ich sehr gelungen. Thrillercover sind ja generell immer etwas nichtssagender. So auch bei Jugendthrillern wie diesem. Das Rot sticht sehr ins Auge, passt aber zur Thematik. Denn das Cover taucht praktisch genau so in der Geschichte auf. Das fand ich nicht schlecht. Man darf also gespannt sein, wo man es denn findet. 

Meinung:
"Mein böses Herz" war das Buch, welches ich für die Lieblingsbuch-Aktion lesen sollte. Und ich bin echt froh darüber, denn es stand schon ganz lange auf meiner Wunschliste. Das Buch fängt eigentlich direkt packend und interessant an. Doro wacht am Morgen auf und hört eine Stimme. Eine Stimme in ihrem Kopf. Doch ab diesem Morgen ist nichts mehr wie es vorher war. Und damit beginnt diese Geschichte, die unglaublich spannend und komplex war. Ein typischer Thriller, wenn nicht sogar Psychothriller. Da kann ich immer nicht so ganz unterscheiden, tendiere aber zu letzterem. Denn teilweise weiß man wirklich nicht, was nun real und was Einbildung war. Die Geschichte wird aus Doros Sicht erzählt. Nach dem Prolog gibt es einen Zeitsprung von vierzehn Monaten. Man erfährt relativ viel davon, was in den vierzehn Monaten so passiert ist und wie es Doro ergangen ist. Dass Doro psychisch angeschlagen ist, steht ja bereits im Klappentext. Die Halluzinationen fand ich übrigens echt heftig. Liegt vielleicht auch daran, dass ich noch nicht so viele Thriller hinter mir habe. Ist ja jetzt auch egal. Auf jeden Fall hat Doro eine gewisse Zeit in einer Psychatrie verbracht und man hat mitunter das Gefühl, wie als würde Doro sich selbst nicht trauen. Dadurch ist man als Leser natürlich auch total verunsichert, denn man weiß selber mitunter nicht, was man glauben soll. Wobei Doro immer mal wieder behauptet, dass sie keine Halluzinationen hat etc. Allerdings wird das arme Mädchen wirklich auf eine Probe gestellt. Denn es gibt wirklich diese typischen Situationen wo Doro niemand glaubt und sie selbst total verwirrt ist. Und das hat das Buch richtig gut gemacht. Denn es hat von Anfang an eine Spannung aufgebaut und ich zumindest wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Denn nicht nur, dass mir Doro super sympathisch war, die Geschichte an sich war schon total spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen vor lauter Neugier. Denn ich bin bis zu letzt nicht hinter das Geheimnis mit dem Jungen gekommen. Und ich hätte auch nicht sagen können, wer etwas damit zu tun hat, wer nicht etc. Denn es war so undurchschaubar, so unglaublich spannend und so "Psycho" einfach nur, es war genial! Wirklich, dieses Buch ist total klasse, es hat mich von der ersten Seite an gepackt und mich nicht mehr losgelassen. Doro war einfach eine tolle Protagonistin, die einem wirklich teilweise nur leid tun konnte. Zudem erfährt man immer nur Stückweise, was mit ihrem Bruder geschehen ist. Nur Doro kennt die Wahrheit, aber sie erinnert sich selbst nur bruchstückhaft. Und diese Erinnerungen kommen nach und nach wieder und machen das Buch erst recht spannend. Weil man will sowohl wissen, was mit dem Bruder als auch mit dem Jungen geschah. Und die Sache bezüglich des Jungen hätte ich nie so gedacht. Da war ich wirklich fassungslos und geschockt. Der Schreibstil von Wulf Dorn war unglaublich gut, teilweise habe ich mich richtig in dieser Atmosphäre wieder gefunden. Also, dass ich zum Beispiel ein beklemmendes Gefühl hatte, als der Junge von Doro gefunden wurde. Und Leute, dieses Buch ich einfach richtig gut. Es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite unterhalten und mitfiebern lassen.

Charaktere:

Doro: Ein junges Mädchen, das leider schon viel durchmachen musste. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube sie ist so um die 15 Jahre alt. (Korrigiert mich wenn ich falsch liege) Leider hat Doro diesen "Psycho"-Stempel aufgedrückt bekommen. Ihre Mum glaubt ihr im Ernstfall z. B. nicht . Ihr versteht was ich meine. Sie ist auch leider nicht die Einzige, denn es kommt öfter mal dazu, dass Doros Verstand angezweifelt wird. Manchmal auch von ihr selbst. Sie hat Halluzinationen und hört Stimmen. Doch das weiß niemand. Es ist aber schon ziemlich gruselig. Aber eigentlich ist Doro total nett gewesen fand ich. Ich mochte sie wirklich sehr und sie bemüht sich ja auch, es den Anderen Recht zu machen und ein "normales" Leben zu führen. Was auch immer "normal" eigentlich bedeutet. So versucht sie zum Beispiel ihre Mutter nach einer gewissen Zeit nicht mehr zu belasten, denn es glaubt ihr ja sowieso keiner. Wobei Doro nun mal wirklich ein armes Mädchen ist, denn es sieht auch alles so aus, wie als würde ihr Verstand ihr Streiche spielen. Trotz allem lässt sich Doro nicht unterkriegen. Sie hält an der Vision des Jungen fässt und ist sich sicher, dass sie ihn gesehen hat. Und sie hat Mut und auch eine Art Hoffnung, dass sie allen die Wahrheit beweisen kann. Das mochte ich sehr an ihr und mir gefiel sie wirklich gut, auch wenn es etwas gab, dass mich wirklich schockiert hat.

Ich war am Überlegen, welche Charaktere ich noch beschreiben könnte. Jedoch bin ich der Meinung, dass es eventuell schon zu viel verraten würde. Deswegen beschreibe ich dieses Mal nur Doro, damit keiner auf den Gedanken kommt, beim Lesen schon Person "XY" als Täter auszuschließen. Wir wollen es ja spannend haben.

Zitate:

Ich wollte sie zurückziehen, aber ich konnte nicht. Seine Hände waren doch die einzigen, die mich jetzt noch vor dem Sturz in die Tiefe bewahren konnten.
Doro

"In jedem von uns ist etwas Böses", sagte ich. "Es ist der Teil von uns, auf den wir immer sehr gut aufpassen müssen, aber manchmal ist er stärker als wir."
Doro zu Julian (einem Freund)

Mein persönlicher Soundtrack:
Fazit:
Ein hochspannendes Buch mit Suchtgarantie. In jeder freien Minute wollte ich wissen, wie es mit Doro weitergeht und was mit ihrem Bruder und dem unbekannten Jungen geschah. Die Auflösung der Rätsel fand ich unglaublich und hätte zumindest bezüglich des Jungen niemals in diesen Gegenden gedacht. Mit einem wirklich tollen Schreibstil und einer klasse aufgebauten Atmosphäre hat es Wulf Dorn geschafft, mich vollends von seinem Buch zu überzeugen. Eine wirklich fantastische Geschichte die einen so schnell nicht mehr loslässt.
Ganz klare Punktevergabe: 5 Schmetterlinge!

1 Kommentar:

  1. Hallo Linda,

    wirklich mal ein tolles Buch mit Ecken und Kanten, wie ich persönlich finde und die Themen, wie Eifersucht unter Geschwistern und ihre möglichen Folgen, waren schon toll vom Autoren beschrieben. Mich hat es bei vielen Stellen echt gegruselt.....

    Du auch?

    LG..Karin..

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