Freitag, 2. Mai 2014

Schwestern des Mondes - Die Hexe von Yasmine Galenorn

Allgemeines:
Titel: Schwestern des Mondes - Die Hexe
Autor/-in: Yasmine Galenorn
Form: Taschenbuch (397 Seiten)
Verlag: Knaur.
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: 6,00 €
ISBN: 978-3-426-50737-7
 

Klappentext:

"Mein Name ist Camille. Ich bin eine Hexe. Zugegeben, meine Zauber neigen dazu, sich gegen mich selbst zu wenden - aber ich schaffe es trotzdem, den Bösen kräftig in den Hintern zu treten. Meistens jedenfalls ..."

Weil ihre Mutter nur ein Mensch war, haben es die Schwestern Camille, Delilah und Menolly in der Anderwelt nie leicht gehabt. Daran ändert sich wenig, als die drei von ihrem Arbeitgeber, dem Anderwelt-Nachrichtendienst, auf die Erde strafversetzt werden. Doch dann findet der Dämonenfürst Schattenschwinge einen Weg, um die Grenzen seines unterirdischen Reichs zu überwinden - und auf einmal liegt das Schicksal der Menschheit und der Feenvölker in den Händen der Schwestern ...

Gestaltung:
Mir gefällt das Cover jetzt nicht so sehr. Die Augen finde ich ehrlich gesagt ein wenig beängstigend, der grüne Mond ist allerdings ziemlich cool. Trotzdem mag ich das Originalcover irgendwie lieber. Allerdings mag ich die Vögel auch sehr, man bringt Hexen ja oft mit Krähen etc. in Verbindung.

Meinung:
Ich war sehr skeptisch gegenüber diesem Buch. Warum weiß ich nicht so genau, aber ich schätze es lag daran, dass mich "Verführung der Nacht" letztes Jahr so enttäuscht hat. Das gehörte ja auch zu dieser Sonderform von Knaur. Auf die "Schwestern des Mondes"-Reihe bin ich schon sehr früh aufmerksam geworden und sie hat mich sehr lange interessiert. Mittlerweile umfasst die Reihe wohl knapp 11 Bände (der 12. erscheint im Sommer). Nun gut, kommen wir also zu "Die Hexe". Zu allererst muss ich sagen, dass mir der Schreibstil der Autorin super gut gefallen hat. Er war voller Humor und super leicht zu lesen. So locker-luftig. Dementsprechend gut gefiel mir auch Camille, die immer einen kecken Spruch auf den Lippen hatte. Sie war eine tolle Person und irgendwie die Anführerin der drei Schwestern. Sie ist ja auch die Älteste. Die Atmosphäre des Buches war wirklich gut, düster und mysteriös. Zu Beginn lernt man erst einmal Camille kennen und muss sich daran gewöhnen, dass hier eine völlig neue Verschmelzung zwischen Fantasy und Realität erschaffen wurde. So kommen Wesen wie Vampire und Hexen aus einer anderen Welt Namens "Anderwelt". Durch Portale sind sie in der Lage, zwischen den insgesamt drei Welten hin und her zuspringen. Die dritte Welt sind die unterirdischen Reiche, aus denen die Dämonen kommen. Man lernt wie gesagt, vor allem Camille besser kennen, denn das Buch wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch ist man immer "in ihrer Nähe", während ihre Schwestern eher Nebenrollen spielen. Jedoch fand ich alles sehr gut erzählt. Die Geschichte fängt eigentlich direkt ziemlich geheimnisvoll und schockierend an, man erfährt direkt, wie speziell die Übernatürlichkeit hier ist. So sind wir hier wieder bei Vampiren, die fliegen können und Sonne nicht vertragen. Oder bei einer Hexe, die leider nicht ganz so gut zaubern kann. Was eher daran liegt, das sie ein halber Mensch ist und dadurch die Magie in ihrem Körper nicht so richtig funktioniert. Die Geschichte bleibt eigentlich durchgehend spannend und unterhaltsam. Einziger Kritikpunkt waren für mich die Männer. Sie waren zwar nicht unbedingt unsympathisch, aber sie alle sind eigentlich direkt auf eins ausgewesen bei Camille (hatte ich so das Gefühl). Und ihr könnt euch bestimmt denken, was ich meine. Genauso fand ich, dass Camille doch mitunter sehr leichtsinnig war. So lernt sie zum Beispiel den Yokai Kitsune Morio (japanischer Fuchsgeist) kennen und nimmt ihn eigentlich direkt mit nach Hause. Er hat zwar gesagt, das er von jemandem zur Unterstützung geschickt wird, allerdings hat sie ihm viel zu leicht vertraut. Denn wenn ich weiß, dass jemand eventuell hinter mir her ist, dann kann ich doch nicht einfach so einen dahergelaufenen Typen mitnehmen. Das verstehe ich nicht. Aber naja. Was mir allerdings richtig gut gefallen hat, war das Haustier der drei Frauen. Ein Gargoylebaby namens Maggie, das von seiner Mutter getrennt wurde und bei den Dreien ein neues Zuhause findet. Das war einfach so süß und mal was ganz anderes. Und hier findet sich wirklich alles an Fantasy wieder, hatte ich so das Gefühl. Drachen, Waldnymphen (oder so), Kitsune etc. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

Charaktere:
An dieser Stelle möchte ich euch die anderen beiden Schwestern nicht näher beschreiben, da sie ja noch ihre eigenen Bücher haben.

Camille: Eine Hexe, deren Zauber leider nicht immer so funktionieren, wie sie sollten. Hier muss ich erst einmal anmerken, dass ich beeindruckt bin, wie gut die Frau auf dem Originalcover einfach zur äußerlichen Beschreibung von Camille passt. Klar, das soll wohl so sein, aber mir sind auch schon Bücher begegnet, bei denen die Coverperson blond und die Protagonistin aber schwarzhaarig war oder so. Das fand ich schon mal ziemlich cool, weil ich sie mir genauso vorgestellt habe. Und halt wirklich jedes Detail meiner Meinung nach passte. Camille ist eine Frau, die weiß was sie kann und wer sie ist. Ich kann mich nicht wirklich erinnern, sie jemals irgendwie schüchtern oder unsicher erlebt zu haben. Mal ängstlich, ja. Aber nicht unsicher. Sie war diejenige, die Verantwortung übernommen hat und sich darum gekümmert hat, das Problem aus der Welt zu räumen. Die Anführerin, die die anderen nicht in Schwierigkeiten bringen will. Man merkt auf jeden Fall, dass sie sehr besorgt um ihre Schwestern ist. Denn irgendwie neigt Delilah dazu, leicht in Panik zu geraten und Menolly kann sich tagsüber leider nicht raus bewegen. Leider gefielen mir die Männergeschichten von Camille nicht so wirklich, denn sie war doch sehr .... Sagen wir, sie hat sich nicht jedem hingegeben. Aber wenn ihr jemand gefiel, dann ging da ziemlich schnell was. Das ist leider der einzige Minuspunkt, ansonsten war Camille wirklich eine klasse Hexe.

Chase: Ein Mensch, der für den AND (Anderwelt-Nachrichtendienst) arbeitet und von vielen der wundersamen Wesen fasziniert ist. Hier direkt das erste Beispiel der Kerle, die sofort anfangen, Camille hinterherzusabbern. Er würde sie schon gerne mit in sein Bett nehmen, hat aber keine reale Chance. Eigentlich wirkt er ganz anständig und ein wenig eingeschüchtert. Denn vor dem ein oder anderen übernatürlichen Lebewesen schien er doch sehr großen Respekt zu haben. Er war sehr nett und freundlich und gefiel mir auch gut, aber er war einfach zu ... unwissend, was die Anderen angeht. Aber er hat sich Mühe gegeben kein Klotz am Bein zu sein, sondern etwas zum Erfolg beizutragen. Das machte ihn doch sehr sympathisch.

Morio: Besagter Yokai Kitsune, der oben bereits einmal erwähnt wurde. Morio war sehr seriös, dachte ich zumindest. Auf jeden Fall war er zwar irgendwie sympathisch, jedoch konnte ich keine wirkliche Bindung mit ihm aufnehmen. Dafür war er irgendwie zu distanziert gegenüber allen anderen. Denn er hat sich total auf Camille fokussiert und die anderen irgendwie nicht so wirklich bemerkt. Ich weiß gar nicht so genau, was ich zu Morio groß schreiben soll. Er war halt eher ruhig, teilweise kam er mir emotionslos und auf Anstand bedacht vor und andererseits war er doch sehr ... leidenschaftlich *hust*. Wie gesagt, ich konnte keine richtige Beziehung zu dieser Person eingehen.  Allerdings war er nett und umsorgend. Und sehr an Camilles Wohlergehen interessiert.

Fazit:
Ich muss gestehen, dass mich dieses Buch trotz meiner Skepsis sehr umgehauen hat. Es gefiel mir richtig gut, Camille ist eine klasse Protagonistin und die Geschichte hat einfach ein super atmosphärisches Feeling. Sehr interessant und ganz sicher unterhaltsam. Ich werde die Reihe auf jeden Fall fortsetzen und freue mich schon total auf "Die Katze", wo es dann um Delilah geht. Mich hat es zwar direkt zu Beginn gefesselt, jedoch hat es mich jetzt auch nicht so gepackt, dass es die volle Punktzahl verdient hätte. Ich erhoffe mir da noch eine minimale Steigerung.
Daher bekommt dieses Buch von mir 4/5 Schmetterlingen.

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