Sonntag, 8. Juni 2014

Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

Allgemeines:
Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Autor/-in: John Green
Form: Taschenbuch (333 Seiten)
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 9,95 €
ISBN: 978-3-423-62583-8

Klappentext:
 

Hazel Grace und Augustus lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennen und fühlen sich vom ersten Augenblick an vom anderen angezogen. Hazel liebt Gus für seine Schlagfertigkeit und für seine offensive Art, wie er mit seinem Schicksal umgeht. Und Augustus baggert Hazel auf seine charmant witzige Art an, als gäbe es kein Morgen. Aber Hazel hat Angst. Sie will für niemanden eine tickende Zeitbombe sein, und genau so fühlt sie sich in ihrer Erkrankung. Doch dann kann sie sich Gus' Charme nicht mehr entziehen, der ihr einen ihrer großten Wünsche erfüllt und sie kurzerhand nach Amsterdam entführt. So furchtbar ihre Diagnosen sind, Hazel und Augustus feiern das Leben und die Liebe und kosten die kurze Zeit, die ihnen bleibt, jede Sekunde aus.

Gestaltung:
Früher fand ich das Cover irgendwie nicht so besonders. Mittlerweile gefällt es mir aber wirklich gut und es hat ja auch einen Bezug zur Geschichte. Und wenn man die Geschichte kennt, dann findet man (ich) das Cover auch schön.

Meinung:
Irgendwie habe ich mich sehr um dieses Buch herumgedrückt und konnte mich nie wirklich durchringen, es zu kaufen. Da aber in ein paar Tagen der Film rauskommt und eine Freundin so von dem Buch geschwärmt hat, musste ich es einfach lesen. Der Einstieg fiel mir nicht schwer, man lernt Hazel kennen und sie gewährt einem praktisch einen Einblick in ihren Kopf. So erfährt man zum Beispiel direkt, wie viel Lust sie auf die Selbsthilfegruppe hat, in der sie Augustus kennen lernt. Mir ist dabei direkt aufgefallen, wie der Funke übergesprungen ist, wie diese Anziehung zwischen den Beiden entstanden ist. Hazel interessiert sich für ihn und Augustus wirft ein Auge auf sie. Sie verbringen viel Zeit miteinander und lernen sich immer besser kennen. Auch ich habe die Beiden immer besser kennen gelernt und mochte sie immer mehr. Mich hat dieses Buch von Anfang an gepackt und ich konnte es kaum weglegen. Nicht nur weil ich sehr neugierig war, sondern weil es so eine Art ... klingt vielleicht blöd, aber ich hatte das Gefühl, eine Art innere Ruhe zu finden, während ich dieses Buch gelesen habe. Ich war zufrieden mit mir und der Welt und das Gefühl habe ich noch von keinem anderen Buch bekommen. Gleichzeitig war ich an manchen Stellen sehr befangen, zum Beispiel wenn es eine Art Krebs-Notfall gab. Mir wurde dann immer schwer ums Herz und ich habe mitgefiebert ohne Ende. Das Buch hat mich wirklich mitgerissen und ist seinen Versprechungen treu geblieben. Ich habe gelacht und geschmunzelt und mir stockte auch mal der Atem, als es schlimmer wurde. Was ich mir von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" genau erwartet habe, weiß ich nicht so ganz. Ich wurde auf jeden Fall nicht enttäuscht und die Geschichte ist besonders durch die kleine Reise der beiden etwas ganz besonderes. Denn dieser Einfall ist mir nirgendwo sonst begegnet. Hier passt halt wirklich alles perfekt zusammen, die tolle Geschichte, die voller Gefühl und mit viel Humor erzählt wurde, die Charaktere, die so individuell sind und diese Atmosphäre, die mein Herz erwärmt hat. Ich weiß gar nicht, was ich noch groß zu diesem Buch sagen soll. Ich war von Anfang an mitgerissen und geplättet, wollte es gar nicht wirklich beenden, damit die Geschichte nicht zu Ende geht. Aber letztendlich ist das ja unausweichlich. Auch der Schreibstil von John Green ist irgendwie anders, besonders. Ich kann nie viel zum Schreibstil sagen, weiß nicht wie ich das differenzieren soll. Doch meine Freundin meinte, dass sein Schreibstil einen persönlich anspricht, wie als wolle er dein Freund sein. Und das Gefühl hatte ich schon nach dem Vorwort, vielleicht gerade weil ich darauf bereits aufmerksam gemacht wurde. Sein Buch ist wirklich etwas Besonderes, aber ... ich musste nicht weinen. Davon bin ich eigentlich fest ausgegangen, weil ich bei Büchern, Filmen etc. immer sehr emotional bin, aber es war nicht der Fall. Was mich nicht wirklich stört, denn traurig und berührt war ich so oder so. Generell war "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ein wirklich tolles und berührendes Buch, welches ich wohl noch mehrmals lesen werde.

Charaktere:

Hazel: Ein 16-jähriges Mädchen mit Schilddrüsenkrebs und Metastasen in der Lunge. Sie hat so einen Nasenschlauch und eine dazugehörige Sauerstoffflasche (hoffentlich bringe ich den ganzen Medizin-Kram gerade nicht durcheinander). Hazel ist eine sehr individuelle und außergewöhnliche Person, obwohl sie sich selbst als normal beschreibt. Auf mich hat Hazel einen sehr philosophischen und lebenskritischen Eindruck gemacht. Hazel war einfach irgendwie besonders. Ich hatte den Eindruck, dass sie zum Beispiel diese "hohe" Literatur mochte, Shakespeare etc. Zudem gab es sehr viele Gedichte in dem Buch. Wie ich es genau in Worte fassen soll, weiß ich nicht. Aber Hazel musste man einfach mögen, sie war so sympathisch auf ihre kritische Art und Weise. Sie hat sich nichts vorgemacht, sie wusste immer genau, was mit ihr los ist, mit ihren Eltern etc. Und sie hat versucht, viele Menschen nicht wirklich an sich ran zu lassen. Denn wenn sie nicht mehr da wäre, würde es diese nur verletzen. Hazel Grace Lancaster war bestimmt eine der außergewöhnlichsten Protagonistinnen, die ich in letzter Zeit kennen lernen durfte. Und ich habe sie so gern gehabt, dieses tolle Mädchen.

Augustus: Ein Junge, der Hazel von Anfang an gefällt. Augustus kommt wegen seinem Freund Isaac mit zu der Selbsthilfegruppe und dort lernen die Beiden sich kennen. Auch Augustus (Gus) ist ein sehr individueller Charaktere, den ich mit keinem anderen so richtig vergleichen kann. Er ist voller Selbstbewusstsein und Charme, allerdings kein Angeber oder Macho. Er ist was Besonderes und das merkt auch Hazel. Augustus scheint immer das zu sagen, was er denkt und er ist bei allen beliebt. Trotz allem wirkt er (meist) sehr losgelöst und immer gut gelaunt. Er lebt einfach in den Tag hinein und sieht zu was kommt. Und vor allem lässt er sich nicht von Hazel wegstoßen. Er kämpft. Für sie, um sie etc. Augustus ist einfach jemand, den man von der ersten Sekunde an mag, der so seine eigene positive Aura versprüht. Er war lässig und witzig und hat für seine Hazel unmögliches wahr gemacht. Er war wirklich ein durch und durch toller Kerl, den ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen habe.

Zitate:

Ich schilderte Augustus die groben Umrisse meines Krebswunders: mit dreizehn die Diagnose Schilddrüsenkrebs, Stadium IV. (Ich erzählte ihm nicht, dass die Diagnose genau drei Monate nach meiner ersten Periode kam. So in etwa: Herzlichen Glückwunsch! Du bist eine Frau. Und jetzt stirb.)

Okay, schrieb ich zurück.
Er antwortete: Mann, Hazel, hör auf mit mir zu flirzen. Ich hab nur Okay gesagt.
War nur ein Witz, Hazel Grace. Ich verstehe (Aber wir wissen beide, dass OKAY ein Flirt-Wort ist. OKAY ist wahnisnnig sexy.)

Mein persönlicher Soundtrack:

Fazit:
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hat mich auf jeder Seite mitgerissen. Hazel und Augustus waren nicht nur total individuelle Persönlichkeiten, sie waren auch ein unfassbar schönes Liebespaar mit einer wunderschönen Geschichte. Selten habe ich davon gelesen, dass so schöne Charaktere so schön miteinander harmonieren. Mich hat dieses Buch gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. 
5/5 Schmetterlinge für eines der schönsten Liebespaare. Übrigens ist Amsterdam im Moment mein neuer Lieblingsort.

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