Mittwoch, 9. Juli 2014

Generation Geil - Jugend im Selbstporträt von Katharina Weiß

Allgemeines:
Titel: Generation Geil - Jugend im Selbstporträt
Autor/-in: Katharina Weiß
Form: Taschenbuch (264 Seiten)
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
Erscheinungsjahr: 2010
Preis: 9,95 €
ISBN: 978-3-89602-995-9

Klappentext:

"Geil" ist alles, was die Jugend von heute begeistert, doch deshalb ist sie noch lange keine "Generation Porno", "Null Bock" oder "Doof". In zwanzig spannenden Porträts erzählen Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren von ihrem Leben und sprechen ehrlich über Liebe, Identität, Alltag, Lifestyle, Träume und Zukunftspläne. Wie sehen sie ihre Generation und ist sie wirklich so frühreif, gewaltbereit und antriebslos, wie die Medien sie darstellen?
Die Gesellschaft fragt sich, wie sie mit Komasäufern, Schulverweigerern und Facebook-Junkies umgehen soll, und Pädagogen versuchen, die junge Generation zu verstehen. Aber die Jugend selbst kommt dabei viel zu selten zu Wort. Die Autorin Katharina Weiß, Jahrgang 1994, hat mit Teenagern aus ganz Deutschland gesprochen und zeigt hier, was in den Köpfen der Jugendlichen vor sich geht.

Gestaltung:
Mir gefällt das Cover, denn man sieht hier die Autorin in, sagen wir, drei verschiedenen Typen. Der Normalo, die Streberin und das Partygirl. Wobei mir das Normalo-Mädchen am besten gefällt.   Ansonsten finde ich das Cover jetzt nicht so besonders, aber der Titel würde mich neugierig machen.

Meinung:
Zu aller erst: Zu diesem Buch wird es keine Charakterbeschreibung geben, da man keinen der Charaktere wirklich gut kennen lernt.  Auf dieses Buch war ich schon ganz lange gespannt und es stand auch schon seit Jahren auf meiner Wunschliste. Die Autorin war damals bei TV Total bei Besuch und ich mochte das Thema, da ich genau aus der Generation komme. Jedoch wurde mir recht schnell mulmig, als ich dieses Buch gelesen habe. Denn bereits die zweite Person, ein junges Mädchen, gab mir das Gefühl, irgendwie anders zu sein. In dem Sinne, dass ich nicht eine der Erfahrungen teilen konnte und das ihr Schreibstil meine Komplexe geweckt hat. Das war sehr runterziehend und ich wollte teilweise nicht weiterlesen. Ich hatte Angst, noch mehr aus der Rolle zu fallen. Mittlerweile hat sich das zum Glück wieder gelegt und ich bin froh, nicht auf der selben Schiene zu fahren, wie das Mädchen. Leider fehlte mir manchmal das Verständnis für die Meinungen der jungen Leute. Vielleicht denke ich da einfach zu verklemmt, aber immer nur saufen und Mädels aufreißen, dass bringt doch nichts. Genauso wenig wie nichts zu tun und keine Perspektive im Leben zu haben. Das mit dem Party machen ist mir hier wieder sehr aufgefallen. Denn es gab nicht wirklich jemanden, der hier seine Ansicht kundgetan hat und nicht in irgendwelche Alkohol-, Party- oder Drogenexzesse involviert war. Natürlich ist jeder selbst verantwortlich für das was er tut. Vielleicht versteht wer anders diese Jugendlichen besser. Ich distanziere mich generell von all dem oben genannten und kann vielleicht deswegen nicht so richtig verstehen, was so toll daran sein soll. Denn meistens sind die Jugendlichen abgestürzt und waren total voll. Hier ging es sogar teilweise um so Drogen wie Speed. Allerdings muss man dazu sagen, dass es auch sehr gute Meinungen gab, die mir richtig gut gefielen. So gab es zum einen ein Mädchen, dass sehr oft auf Events war und ein wenig zu dieser Metalszene gehörte. Aber irgendwie auch wieder nicht, denn sie hat sich mit vielem beschäftigt, wie zum Beispiel Satanismus und Buddhismus. Dabei hat sie gesagt, dass Schubladen-Denken einfach blöd sei. Und das stimmt ja auch. Diese Einstellung mochte ich sehr, denn ich höre zum Beispiel auch Metal oder spiele "Ballerspiele" und bin deswegen nicht gleich ein stinkender Psychopath, der Gefahr läuft, Amok zu laufen. Andersherum gab es natürlich auch diese typischen Püppchen, die sich zu Wort gemeldet haben. Die in Schubladen denken und jeden Jungen, der ihnen sagt, dass er gerne Videospiele spielt als Amokläufer hinstellen wollen. Auch ein Junge war darunter, der mir leider gar nicht gefallen hat. Er hatte irgendwie für alles Blöde eine Entschuldigung und sah den Sinn der Jugend wirklich nur in Drogen und Alkohol. Da konnte ich mitunter nur den Kopf schütteln. Trotzdem hat mir dieses Buch gut gefallen und mich unterhalten. Vielleicht verstehe ich sogarmeine eigene Generation zumindest ein bisschen besser, denn man lernt viele verschiedene Sichtweisen kennen und erkennt, dass wir mehr sind als nur Partygänger und Schulabbrecher.

Zitate:

Manche Mädchen bezeichnen mich als Schlampe, aber was ist so schlimm daran, wenn ich Spaß an meiner Sexualität habe? Wenn ein Junge es mit vielen geilen Tussen treibt, ist er ein Held, aber ein Mädchen hat immer gleich ein Image-Problem.
Celine (16)

Wenn ein in dunkles Leder gekleideter Typ an dir vorbeiläuft, muss es kein finsterer Zeitgenosse und Schlägertyp sein - denn vielleicht trägt er schon wenige Minuten später ein Hasenkostüm oder eine Herzchensonnenbrille.
Mona (17)

Gewalt ist niemals eine Lösung, sie sät nur Hass und vertagt den Konflikt auf spätere Generationen.
Rachel (16)

Aber wie so oft im Leben interessieren sich die großen Medien nicht für den integrierten Normalfall, sondern für den kriminellen Sozialschmarotzer.
Timucin (15)

Fazit:
Ein unterhaltsames Buch, dass einem ein paar Einblicke in die heutige Jugend gibt. Allerdings mit sehr viel Alkohol und Drogen. Was vielleicht auch okay ist, mir gefiel es nur einfach nicht. Wahrscheinlich bin ich da einfach zu verklemmt. Nichtsdestotrotz hat es mir gut gefallen und mit der Mehrheit konnte ich mich wirklich identifizieren.
Für dieses Buch gibt es von mir 4/5 Schmetterlinge.

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