Montag, 14. Juli 2014

Ich und die Menschen von Matt Haig

Allgemeines:
Titel: Ich und die Menschen
Autor/-in: Matt Haig
Form: Broschiert (348 Seiten)
Verlag: dtv Premium
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 14,90 €
ISBN: 978-3-423-26014-5

Klappentext:


In einer regnerischen Freitagnacht wandert Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, nackt eine Autobahn entlang. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew hält nicht viel von den Menschen, jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewaltätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dings wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht  und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel in die Augen blickt?

In diesem Buch geht es draum, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Mit anderen Worten: In diesem Buch geht es um dich. Um all das Katatstrophale, Sterbliche, Wunderbare, das dich ausmacht.

Gestaltung:
Ich finde das Cover sehr schön, dieses dunkle Blau ist einfach eine schöne Farbe. Es passt auch sehr gut zur Geschichte mit der Erde und diesem Mann mit Hund, der da steht. Irgendwie strahlt dieses Cover auch etwas beruhigendes aus, zumindest für mich.

Meinung:
Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen und dann hat es trotzdem so lange gedauert, bis ich dazu kam. Und dann habe ich mich gefragt: "Warum hast du das nicht schon viel früher gelesen?" Schon das Vorwort fand ich so gut, es hat mich richtig neugierig gemacht. Das Buch wird aus der Sicht des namenlosen Außerirdischen geschrieben und es richtet sich praktisch an die anderen Außerirdischen. Dieser Schreibstil war sehr witzig, vor allem fand ich bereits die ersten Seiten zum Lachen. So denkt unser lieber Alien zu Beginn zum Beispiel das "Runter von der Autobahn, du Wichser" eine unserer Grußformeln ist. Er muss sich halt erst einmal an dieses Leben gewöhnen und versucht die Person des Andrew Martin einzunehmen. Dieser hat nämlich ein paar sehr wichtige Sachen herausgefunden, die von "Andrew" zerstört werden sollen. Das ist seine Mission, mit der er auf die Erde kommt. Damit, dass Menschen anders sein können, als die Außerirdischen glauben, hat aber keiner wirklich gerechnet. Denn wenn der neue Andrew auf die Menschen trifft, wird es sehr interessant. Ich war begeistert von diesem Buch. Die Idee hat mich ein wenig an "Seelen" erinnert. Aber es war ganz anders. Voller Humor und Charme, hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen. Ich konnte mitunter nicht schlafen und musste einfach weiterlesen. Die Seiten sind praktisch an mir vorbei geflogen. Lag vielleicht auch daran, dass die Kapitel sehr kurz waren. Mir gefiel eigentlich alles an dem Buch (außer die störischen Außerirdischen, also, alle anderen bis auf den einen). Der Schreibstil war toll, die Charaktere waren toll, das Interesse war da. Hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich es bestimmt in einem Rutsch durchgelesen. Zudem war dieses Buch irgendwie fröhlich, es hatte so eine Gute-Laune-Stimmung. Wenn ich daran denke, denke ich an losgelöste Fröhlichkeit und nicht an Trauer. Natürlich war es auch mal traurig, allerdings nicht zum Weinen oder so. Es hielt sich in Grenzen und die meiste Zeit hatte ich einfach nur totale Lust auf dieses Buch. Denn es war wirklich schön, die Geschichte war richtig toll und faszinierend. Denn es ist tatsächlich ein bisschen wie "Seelen". Aber hier ist viel weniger Drama und Tragödie zum Beispiel. Dafür gibt es hier sehr viel mehr Humor. Und einen Haufen sympathischer Charaktere. Denn ich glaube, es gab nicht eine Person, die ich nicht zumindest ein bisschen mochte. Newton, der Hund, war auf jeden Fall zuckersüß und auch Isobel(Frau) und Gulliver(Sohn) habe ich ins Herz geschlossen. Diese Geschichte ging mir ans Herz, hat mich mitgerissen und mitfühlen lassen. Vor allem der tolle Protagonist ist ein absoluter Sympathieträger meinerseits. Ich mochte dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite und finde es fast schade, dass es schon vorbei ist.

Charaktere: 

"Andrew": Ein Außerirdischer, der nicht wirklich eine Ahnung davon hat, wie die Menschen wirklich miteinander umgehen. Er muss sich hier neu zurechtfinden und hat damit ein paar Schwierigkeiten. Nach und nach lernt er aber, dass die Menschen ganz anders sind, als es ihm beigebracht wurde. Und auch er gewöhnt sich immer mehr an die Menschen und das Mensch-sein. Der richtige Andrew war mir recht unsympathisch und wohl auch nicht sehr beliebt bei den Menschen. Zu sehr karrierefixiert und ein Workaholic. Der "neue" Andrew war ganz anders. Er musste sich an alles gewöhnen und hat dabei versucht, das Ziel seiner Mission nicht aus den Augen zu verlieren. Alien-Andrew hat eine Verbindung zu Isobel und Gulliver aufgebaut und sich mehr um sie gekümmert, als es der echte Andrew wahrscheinlich getan hat. Ich mochte unseren Alien-Andrew, er war sehr sympathisch und freundlich. Zudem hat er eine lustige Art gehabt, nicht immer direkt zu peilen, was wirklich gemeint ist. Und letztendlich hat er meiner Meinung nach die richtige Entscheidung getroffen. Ich mochte ihn wirklich und ich habe mit ihm gerne dieses Abenteuer durchgestanden.

Isobel: Andrews Frau, die ihre Karriere an den Nagel gehangen hat, damit ihr Mann weiter arbeiten kann. Aber Hausfrau ist auch nicht Isobels Traumberuf. Andrew scheint ihre Bedürfnisse immer hinten anzustellen und sie ist in dieser Ehe wohl alles andere als zufrieden. Doch dann kommt Alien-Andrew und macht alles irgendwie besser. Sie erkennt ihren eigenen Mann kaum wieder und alte Gefühle scheinen neu aufzuglühen. Denn der neue Andrew gefällt ihr sehr viel besser. Sie bemüht sich zudem immer eine gute Mutter und Ehefrau zu sein. Mir gefiel sie richtig gut, sie war symphatisch und eigentlich wirklich sehr nett.

Gulliver: Der Sohn der beiden, der wohl ziemliche Probleme hat. Er wirkt wie so ein typisches Problemkind. Scheint keine Freunde zu haben und schwänzt die Schule. Gulliver hat von Anfang an einen sehr deprimierten Eindruck hinterlassen. Er war irgendwie nicht so der gesprächige Kerl und gute Laune hatte er glaube ich nie. Aber sein richtiger Vater scheint sich auch nie wirklich um ihn gekümmert zu haben. Gulliver hatte es nicht leicht. Weder in der Schule, noch zu Hause. Denn an ihn werden große Forderungen gestellt. Er war einsam und hat alles abgeblockt. Trotzdem mochte ich Gulliver auf eine eigene Art und Weise und er hat einfach in diese Familie und dieses Buch gepasst. Er war jetzt nicht mega-symphatisch, aber ich mochte ihn trotzdem irgendwie.

Zitate:

Zwei Spiegel, im perfekten Winkel einander gegenüber aufgehängt, die sich selbst im anderen sahen, die Sicht so tief wie die Unendlichkeit. 
Ja, dazu war die Liebe da. 

Fazit:
Ein richtig tolles Buch, das mir unglaublich viel Spaß bereitet hat. Es hat mich wirklich gut unterhalten und die Menschen in diesem Buch sind einfach toll, allen voran der Alien-Andrew. Ich bin fast etwas traurig, dass es schon vorbei ist. Mit diesem Protagonisten könnte ich bestimmt noch viele Bücher lesen.
Deswegen gibt es auch 5/5 Schmetterlinge für dieses Buch.
Mein Dank geht an die Buchhandlung Windrose für die Bereitstellung des Leseexemplars.

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