Donnerstag, 9. Oktober 2014

Wild Cards - Das Spiel der Spiele von George R. R. Martin

Allgemeines:
Titel: Wild Cards - Das Spiel der Spiele
Herausgeber: George R. R. Martin
Form: Broschier (539 Seiten)
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 15,00 €
ISBN: 978-3-7645-3127-0

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Klappentext:


America's next Superhero!

Kandidaten mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gibt es viele. Da ist zum Beispiel Lohengrin, der eine undurchdrungliche Rüstung heraufbeschwört, oder Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann. Doch welcher von ihnen ist der größte Held?
Diese Frage soll American Hero, die neuste Castingshow im Fernsehen, endlich klären. Für die Teilnehmer geht es um Ruhm und um sehr viel Geld. Dadurch erkennen sie beinahe zu spät, was wahrer Heldenmut ist.

Meinung:
Auf dieses Buch war ich wirklich sehr gespannt, denn wie ich einst erwähnte, bin ich seit einiger Zeit ein Fan der Serie "Game of Thrones". Und da dieses Buch mit von George R. R. Martin geschrieben wurde und es sich richtig gut anhörte, musste ich es einfach lesen. Der Einstieg fiel mir recht leicht. Im Prolog wird einem praktisch alles erklärt, was man wissen muss um die Geschichte mit den Assen und den Jokern zu verstehen. Man erfährt also wirklich alles, wie das Virus zum Beispiel ausbrach und was danach alles passierte. Wie halt die ganze Vergangenheit der Menschheit praktisch umgeschrieben wurde und was dies für Auswirkungen hatte. Die Virusgeschichte fing nämlich kurz nach dem zweiten Weltkrieg an, also hat sich die Menschheit praktisch schon etwas an Asse und Joker gewöhnt. Obwohl im Klappentext nur von American Hero die Rede ist, merkt man direkt zu Beginn, dass es um mehr geht als nur um diese Castingshow. Es geht auch um politische Konflikte und Situationen, in denen echte Helden gebraucht werden. Mir hat die Idee von einer Castingshow voller Superhelden gefallen, denn ich mag solche "Zusammentreffen" von vollkommen unterschiedlichen Charakteren mit individuellen Fähigkeiten echt sehr. Da ich auch "X-Men" sehr mag, war meine Vorfreude riesig. Und das Buch hat nicht zu viel versprochen. Ich mag zwar die Serie zu den Bücher, habe aber vorher noch nie etwas von George R. R Martin gelesen. Nun gut, da es eine ganze Menge Autoren waren, blieb sein Anteil eher gering. Trotzdem konnte ich jetzt nicht herausfiltern, in wie weit sich der Schreibstil unterschied. Ich hab da ja eh ein Problem. Diese Geschichte mit Assen und Jokern ist eigentlich einfacher, als es sich anhörte. Auf jeden Fall hatte ich kein großes Problem damit. Die Geschichte war wirklich interessant und unterhaltsam. Jedoch wurde oft zwischen den vielen Charakteren der Castingshow hin und hergewechselt. Das hat mich manchmal etwas gestört und meine Leselust gemindert. Denn es gab wirklich den ein oder anderen Charakter, den ich einfach nicht mochte.Die meisten gefielen mir jedoch echt gut, vor allem das Ass Amazing Bubbles hat mein Herz erobert mit ihrer sympathischen Art. Ich konnte mich so gut in ihr wiederfinden, ich mochte sie einfach von Anfang an. Mich hat das Buch jetzt nicht unbedingt gefesselt, aber es hat mich schon interessiert, so das ich gerne weitergelesen habe. Ich fand die Castingshow generell interessant und die Entwicklung der einzelnen Charaktere, sowie der Show, waren doch sehr spannend mitzuverfolgen. Es war kein "Game of Thrones" oder "X-Men", aber es hatte trotzdem seinen eigenen Charme. Das Buch ist auch kein unbedingtes Must-Read, trotzdem hat es mich gut unterhalten. Vor allem zum Ende hin wurde alles noch viel interessanter. Die Spannung stieg extrem an und auf den letzten 50 Seiten konnte ich dieses Buch wirklich nicht mehr weglegen. Denn es war unerwartet und nicht einfach nur lockeres Castingshowgehabe. Mich hat dieses Ende wirklich fasziniert und der Spannung wirklich noch einmal einen Höhepunkt verpasst. Außerdem mag ich generell solche Szenarien. Das Buch war gut, wenn auch kein durch und durch umhauendes Werk. Trotzdem gefiel es mir sehr gut und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Charaktere:

Jonathan Hive: Der Mann, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann. Jonathan Hive kam mir zunächst ein bisschen merkwürdig, fast schon dusselig vor. Aber das ist er ganz und gar nicht. Stattdessen ist er eher etwas intrigant und feindselig. Da er Journalist ist, muss das vielleicht auch so sein. Doch am Ende war Jonathan einer der wichtigeren Charaktere. Seine Fähigkeit ist gut zum Spionieren, für den Kampf ist sie aber nicht wirklich zu gebrauchen. Trotzdem ist Jonathan einer der ersten, die wirklich versuchen etwas zu bewegen und für die Gerechtigkeit einzustehen. So hat er bei mir doch noch viele Pluspunkte gemacht. Ich war ihm gegenüber mitunter sehr skeptisch. Zu Beginn gefiel er mir gut, dann zeigte er eine nicht so tolle Seite und dann wandelte sich alles wieder zum Besseren. Letzendlich gefiel er mir also doch noch echt gut.

Lohengrin: Ein Mann, der aus dem Nichts eine undruchdringbare Rüstung heraufbeschwören kann. Er hat etwas total altertümliches an sich, wie ein Ritter aus ... "Game of Thrones"? Er schien wirklich wie aus der Zeit gerissen zu sein, denn er kam zwar aus dieser Zeit, wirkte aber wie ein Zeitreisender aus der Vergangenheit. Ich glaube, von den drei Männern ist er mir der liebste. Er war ein Mann von Ehre, ein Kämpfer für die Schwächeren und Hilflosen, eben ein echter Ritter. Und da ich ja auch gerne Fantasy lese, war er mir einfach direkt sympathisch. Außerdem war ich die ganze Zeit gespannt, wann er denn endlich auftaucht. Lohengrin ist mit Abstand mein Favorit von den dreien und ich mag diesen Ritter einfach total gerne.

John Fortune: Ein Ex-Ass, das jetzt als Laufbursche fungiert. John wurde geboren als Sohn von zwei großen Assen, jedoch verlor er einst seine Fähigkeit wieder. Das ausgerechnet er eine so große Rolle spielen würde, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Denn er war mir sehr suspekt, ich hatte keine Ahnung wie ich ihn einordnen sollte. Man merkte ihm an, das er unzufrieden und frustriert war. Seine Mama gehört zu den Machern von American Hero und er darf nur als Laufbursche fungieren. Wie frustrierend muss es sein, einst etwas besonderes gewesen zu sein und nun von anderen herumkommandiert zu werden? Denn die anderen Asse, waren nicht immer nett zu ihm. Klar, das muss schwer sein. Aber John hatte irgendetwas an sich, das mich einfach unschlüssig gemacht hat, was ich von ihm halten sollte. Einerseits tat er mir echt leid, andererseits konnte ich ihn nicht verstehen. Er kam auf mich irgendwie ... schleimig rüber. Schmierig. Nicht ganz in Ordnung. Aber am Ende hat er sich noch einmal total verändert. Er wurde ein Anführer, ein Mann, der für eine Sache einsteht. Das gefiel mir wirklich unglaublich gut und da er auf einmal seine ganze Einstellung änderte, gewann er irgendwie meinen Respekt. Tatsächlich finde ich ihn jetzt gar nicht mehr so schlimm. Ich mag ihn sogar ein wenig, denke ich.

Zitate:

"Und dann schreiben uns auch dicke Menschen, egal ob Homos oder Heten. Sie meinen, du hättest ihnen klargemacht, dass man mit jedem Körperumfang schön und stark sein kann."
Ink zu Amazing Bubbles, Seite 255

Fazit:
Eine einfallsreiche Idee mit großem Potenzial, das meiner Meinung nach viel, aber nicht zu Hundertrprozent ausgeschöpft wurde. Es war spannend und interessant. Tolle Charaktere waren vorhanden, auch wenn sie sich mitunter erst entwickeln mussten. Doch mir fehlte einfach dieser Funke für die volle Punktzahl. Ich war nicht gehyped, ich war nicht rund um die Uhr an dieses Buch gefesselt. Es war gut, aber nicht so gut.
Daher bekommt dieses Buch von mir 4/5 Schmetterlinge.
Vielen Dank an Penhaligon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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