Mittwoch, 5. November 2014

Don't let it get to you, Jane! - Nicht jeder kann gerettet werden. von Doreen Gehrke

Allgemeines:
Titel: Don't let it get to you, Jane! - Nicht jeder kann gerettet werden.
Autor/-in: Doreen Gehrke
Form: Broschiert (293 Seiten)
Verlag: Doreen Gehrke Verlag
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 16,90 €
ISBN: 978-3-9815945-4-6

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Klappentext:

Jemandem hilflos ausgeliefert sein und jeder schaut weg - Jane weiß, wie das ist. Sie erlebt keine unbeschwerte Kindheit. Hunger, Schläge, Missbrauch. Wenn Erwachse, statt wegzusehen, etwas getan hätten, wäre vieles nicht geschehen. Miranda, Janes ältere Schwester, könnte heute noch leben. 
Die Gedanken an die Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft bringen Jane dazu, sich vor der Realität zu verstecken. Sie flieht in ihre ganz eigene Welt und zeichnet Mangsas. "Manchmal wünschte ich, ich wäre selber eins. Das Gezeichnete kann man wieder wegradieren und neu zeichnen, verstehst du?" So erhält sich Jane am Leben, obwohl sie viel lieber bei ihrer Schwester wäre. 
Don't let it get to you! - Die Reihe geht mit Jane, dem Manga-Girl, weiter und schickt den Leser in die dunkle, selbstzerstörerische Welt eines zutiefst unglücklichen Teenagers.

Meinung:
Ich habe ja bereits den ersten Band der "Don't let it get to you"-Reihe gelesen und fand ihn recht gut. Nun war ich gespannt auf Jane, da sie doch eine andere Person als Ben ist. Der Einstieg fiel mir nicht schwer, man lernt Jane kennen, während sie in einer Selbsthilfegruppe sitzt. Kurz danach baut sich ein ziemlicher Druck auf, durch das was sie dort gehört hat. Jane ritzt sich. Das Jane eine problematische Person mit einer schwierigen Vergangenheit ist, wusste ich bereits durch ein Gespräch mit der Autorin. Ich war sehr gespannt, wie sehr Jane mit diesem selbstverletztendem Verhalten zu tun hat. Es war gut ausbalanciert was das Ritzen an ging. Es stand nicht zu sehr im Mittelpunkt, war aber auch keine Nebensache. Mir gefielen die meisten Charaktere sehr gut, aber dazu gleich mehr. Worum es in dem Buch vor allem geht, ist Janes Weg auf die richtige Bahn. Weg vom Ritzen oder von Miranda's Geist. Sie findet immer mehr ihren eigenen Weg und das hat mir sehr gut gefallen. Es war interessant mit anzusehen, wie Jane erwachsener wird und sich um eine gute Zukunft bemüht. Das gefiel mir sehr gut. Nach Mirandas Selbstmord hat sich Jane eine zeitlang auf der Straße rumgeschlagen und kam dann in ein Jugendheim. Die Entwicklung die Jane in diesem Buch durchlebt fand ich sehr interessant und zum Weiterlesen motivierend. Mir gefiel wie sie selbstständiger wird und auch versucht, auf eigenen Beinen ein Leben aufzubauen. Wie sie versucht auf die richtige Bahn zu kommen. Was mir weniger gefiel war ihr Manga. Sie zeichnet eigene Mangas und entwirft ihre ganz eigene Heldin: Shiwakimi. Diese gehört jedoch nicht zu den Guten. Sie ist eine Psychopathin, die die bestraft, die wegschauen. Das hat mir zu denken gegeben und mich mit einem sehr mulmigen Gefühl hinerlassen. Es war gruselig. Denn Shiwakimi hat mitunter einfach so gehandelt, wie es nicht richtig war, denke ich. Es kommt immer auf die Situation an und die haben die Maßnahmen, die sie ergriffen hat, nicht gerechtfertigt, finde ich. Ein schwieriges Thema, das wie eine dunkle Wolke über diesem Buch hing. Trotzdem hat es mir gut gefallen. Ich kam mit Jane auch einfach viel besser klar als mit Ben. Das habe ich schon bei dem Aufeinandertreffen der beiden in dem Buch gemerkt. Es ist nämlich so, dass sich die beiden wohl am Ende des zweiten Teils von Ben kennen lernen. Was mir aber auch nicht so gut gefiel, waren die Betreuer und Sozialarbeiter. Ich mochte zwar die Personen an sich, jedoch haben sie meiner Meinung nach zu oft zu sentimental reagiert. Ansonsten gab es für mich an dem Buch nicht viel auszusetzen. Ich mochte Jane und die ganzen Nebencharaktere. Es war interessant mitzuerleben, wie Jane ihren Weg geht und ich bin sehr gespannt, ob sie ihn im nächsten Teil im Auge behält oder doch verliert.

Charaktere:

Jane: Ein 17-jähriges Mädchen, dass sich mitunter in die Welt der Mangas flüchtet, um der Realität ein Stück weit zu entkommen. Sie war eine gute Protagonistin, die mir von der Persönlichkeit her schon gut gefallen hat. Ich konnte nicht alles nachvollziehen was sie getan hat und auch einige ihrer Entscheidungen sind mir ein Rätsel gewesen. Trotzdem war sie ein nettes Mädchen, dass einem wirklich leid tun kann. Denn was sie erlebt hat ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Mir gefiel Janes Entwicklung in diesem Band. So scheint sie zu Beginn noch sehr verschlossen und öffnet sich dann aber immer mehr. Zudem bemüht sie sich immer mehr, ihre negativen Verhaltensweisen wie das Ritzen in den Griff zu bekommen. Sie erhofft sich eine gute Zukunft und versucht einen guten Weg dahin zu finden. Generell versucht sie das alles hinter sich zu lassen. Das einzige war mir an ihrer Entwicklung nicht gefiel war Shiwakimi. Denn das gab Jane so einen leicht psychopathischen Charakterzug. Trotzdem war Jane eine tolle Protagonistin, deren weitere Entwicklung ich gespannt verfolgen werde.

Mike: Ein Junge, den Jane aus dem Jugendheim kennt und zu dem sie eine tiefe Freundschaft verbindet. Mike gefiel mir von Anfang an super gut. Er tut einfach alles für Jane, er sorgt sich um sie und kümmert sich einfach immer darum, dass es ihr gut geht. Mike ist ihr bester Freund und auch einer ihrer Ansprechpartner. Zwar hatte er eine Neigung zu aggressivem Verhalten, jedoch hat er noch schneller als Jane begriffen, worum es geht. Nämlich um seine Zukunft, die er in Angriff nimmt. Er spielt Bass (wenn ich mich nicht irre) und hat unter anderem auch Kontakt zu Ben. Ich fand Mike einfach unglaublich cool, ein richtig guter Freund, der einfach immer für Jane da war und sie auch nie gedrängt hat, ihr irgendetwas zu erzählen. Ich mochte ihn total und fand ihn einfach großartig.

Sylvie: Eine junge Dame, die Jane einst ein Dach über dem Kopf gab, bevor sie zum Jugendheim kam. Ich weiß nicht einmal, wie alt Sylvie genau ist, ich habe sie mir aber immer so Mitte 20 vorgestellt. Sylvie ist Janes Freundin, praktisch so etwas wie eine Mischung aus Mutter und Schwester. Sie passt auf das Mädchen auf und kümmert sich gut um Jane. Obwohl Sylvie keine ganz so tolle Vergangenheit hatte, war sie doch eine richtig tolle Person. Ähnlich wie Mike ist sie einfach immer für Jane da und versucht, ihr den Weg auf die richtige Bahn zu zeigen. Ich mochte nicht alles an Sylvie, aber sehr vieles. Sie war sympathisch und hilfsbereit, manchmal sogar etwas giftig. Trotzdem war sie eine tolle Person, die sich gut um Jane gekümmert hat.

Fazit:
Ein typisches Realitybuch ist dieses hier bestimmt nicht. Dafür wird sich nicht genug auf ein Thema versteift. Das ist aber nicht schlimm, denn auch ohne solch ein Hauptthema ist es ein gutes und lesenswertes Buch. Es geht vor allem darum, Jane beim Erwachsen werden zu erleben. Mit einer tollen Protagonistin, die sich fast nur zum Positiven verändert bewaffnet, ist dies ein gutes Buch, das einem doch ziemlich zu Denken gibt.
Dieses Buch bekommt von mir 4/5 Schmetterlinge.
Vielen Dank an die Autorin Doreen Gehrke für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

1 Kommentar:

  1. Liebe Linda,

    nochmals vielen Dank für diese so gut geschriebene Rezension. Ich meine, dass jemand, der sich für dieses Buch interessiert, einen sehr guten Einblick in die Thematik erhält.

    Doreen Gehrke.

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