Montag, 8. Dezember 2014

Nashville oder das Wolfsspiel von Antonia Michaelis

Allgemeines:
Titel: Nashville oder das Wolfsspiel
Autor/-in: Antonia Michaelis
Form: Hardcover (480 Seiten)
Verlag: Oetinger
Erscheinungsjahr: 2013
Preis:17,95 €
ISBN: 978-3-7891-4275-8

Klappentext:

Ein Messer.
Ein Junge.
Ein Wolf im Schafspelz?

Die achtzehnjährige Svenja findet in ihrer neuen Tübinger Wohnung einen verwahrlosten, stummen Jungen. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville und nimmt ihn bei sich auf. In den folgenden Wochen schließt sie den Elfjährigen immer weiter ins Herz, obwohl sie bald merkt, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Warum verschwindet Nashville immer wieder heimlich, und was löst seine merkwürdigen Panikanfälle aus? Entsetzt erkennt Svenja, dass es eine Verbindung zwischen Nashville und dem nächtlichen Mord an einer Obdachlosen zu geben scheint. Und der Mörder, das wird immer klarer, ist ganz nah ...

Meinung:
Das Buch hat mich angesprochen, da die Autorin ja doch ziemlich gehyped wird. Hauptmotivation war aber, dass es aussieht, wie als würde es im Herbst spielen. Lasst euch davon nicht täuschen, es spielt im Mai. Also nix da Herbstatmosphäre. Eigentlich sagt der Klappentext alles wichtige über die Geschichte. Svenja findet Nashville in ihrer Wohnung und nach einem gescheiterten Versuch ihn abzugeben, bleibt er bei ihr und die Beiden wohnen zusammen. Ich hatte am Anfang echte Probleme mit der Geschichte, was vor allem am Schreibstil der Autorin lag. Normalerweise kann ich verschiedene Schreibstile nicht herausfiltern, aber hier ist mir das direkt aufgefallen. Die Autorin hat so eine Metapher-Schreibweise gehabt, fand ich. Damit hatte ich einfach ein richtiges Problem, zu Beginn. Zudem hat mir Svenja leider gar nicht gefallen. Zumindest am Anfang. Ich habe sie einfach nicht verstanden, konnte mich nicht in sie hineinversetzen. Es gab ein paar Entscheidungen, die ich gerade so nachvollziehen konnte, das war es dann aber auch. Aber mehr dazu gleich in der Charakterbeschreibung. Die Geschichte an sich fand ich wirklich interessant. Vor allem Nashville war ein Faktor, der nicht berechenbar war. Durch seine Panikattacken war er sehr undurchschaubar und man wusste nie, was er als Nächstes tut. Da man auch nie wusste, wo er sich rum treibt (vor allem nachts), wurde das Ganze etwas mysteriöser und unheimlicher. Vor allem die Beziehung zwischen Nashville und Svenja war etwas ganz Besonderes. So weniger ich Svenja mochte, umso mehr mochte ich Nashville. Die beiden haben mich ein wenig an Balu der Bär und sein Mogli erinnert. Vor allem da Nashville ja wirklich eine Art Mogli war. Im Hinterkopf hatte man natürlich auch immer den Mord und Svenja stellt da ihre ganz eigenen Vermututngen an. Mich hat dieses Buch tatsächlich nach einiger Zeit gut unterhalten (so ab Seite 100 kam ich rein). Vor allem wusste ich bis zum Schluss nicht, wer auch nur ansatzweise mit dem Mord etwas zu tun haben könnte. Die Nebencharaktere waren einfach alle viel zu nett, als das man sie hätte verdächtigen können. Deswegen fiel es mir wirklich schwer, irgendeinen davon als Täter zu identifizieren. Aber die echte Auflösung war wirklich gut erklärt. Und das Ende war so furchtbar traurig. Aber es war eigentlich kein schlechtes Buch, aber umgehauen hat es mich leider auch nicht. Etwas enttäuscht bin ich schon.

Charaktere:

Svenja: Eine junge Medizinstudentin, die zum ersten Mal alleine wohnt. Svenja und ich wären keine Freunde geworden. Dafür war sie mir teils zu weinerlich, teils zu teilnahmslos. Sie hatte irgendwie kein Ziel, hat nichts wirklich ernst genommen und lebte so vor sich hin. Svenja war total verwirrend. Wenn sie mit jemandem geredet hat, hat sie mitten im Gespräch etwas eingeworfen, was ihr Gegenüber nicht verstanden hat. Das hat mich etwas genervt. Aber was am allerschlimmsten war bei Svenja, war ihre Art mit anderen Menschen umzugehen. Nicht nur hat sie viele verletzt, sie hat sich auch nur dann gemeldet, wenn sie Hilfe brauchte. Und dem ein oder anderen hat sie in vollem Wissen weh getan. Immer und immer wieder und dieser Person falsche Hoffnungen gemacht. Sie hat sie einfach benutzt. Das ist etwas, was ich gar nicht mag und deswegen hatte Svenja es sich direkt mit mir verdorben. Einzig in Bezug auf Nashville konnte ich sie etwas leiden. 

Nashville: Ein merkwürdiger Junge, der es nicht so leicht hat. Ich habe Nashville geliebt, er war einfach so ein süßer Kerl, der einem einfach nur leidtun konnte. Wie Nashville sich an Svenja geklammert hat und sich praktisch zu ihrem Ziehkind gemacht hat, war einfach toll. Die beiden waren ein totales Duo und er ist ihr nicht mehr von der Seite gewichen. Natürlich war Nashville auch ein kleines Rätsel, immerhin ist er nachts manchmal einfach verschwunden. Aber trotzdem war er ein richtig toller Charakter und ich mochte Nashville einfach so sehr.

Fazit:
Ein unterhaltsames Buch, mit dem ich zwar am Anfang ein paar Probleme hatte, welches dann aber doch besser wurde. Nashville war einfach ein toller Charakter und was er tat und wie er mit dem Mord zusammen hing, war so undurchschaubar, das ich es bis zum Ende nicht erahnen konnte. Trotzdem hatte ich zu Beginn immense Schwierigkeiten mit dem Schreibstil und Svenja war einfach furchtbar.
Dieses Buch bekommt 3,5/4 Schmetterlinge.

1 Kommentar:

  1. Mittlerweile mag ich Antonia Michaelis Schreibstil leider auch nicht mehr. Sie übertreibt es in ihren letzten Büchern leider enorm...

    Ich werde deinem Blog mal folgen, denn ich finde ihn wirklich hübsch ;) Ich werde auch öfters mal bei dir kommentieren und würde mich über einen Gegenbesuch sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Jessi
    http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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