Dienstag, 24. März 2015

Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte von Simon Bartsch

Allgemeines:
Titel: Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte
Autor/-in: Simon Bartsch
Form: E-Book (201 Seiten)
Verlag: Feuerwerke Verlag
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: 9,99 € (als Taschenbuch)
         0,99 € (als E-Book)

Klappentext:

Versehentlich eine Bank ausgeraubt? Kann ja mal passieren. Doch wohin bloß mit der Kohle? Ausgeben, ist doch klar. Das denkt sich auch Jan, der mit seiner tourettekranken Freundin Laura von der Beute durch die Metropolen Europas tourt. Immer auf der Suche nach Abenteuern – und vor allem Spaß.
Ein unterhaltsamer, Mut machender, humorvoller und sensibler Entwicklungs- und Reiseroman über zwei unendlich liebevolle Protagonisten, die gemeinsam ihre eigene Welt entdecken und im Leser so Verständnis, Mitgefühl und Nächstenliebe wecken.

Meinung:
Ich war von dem Klappentext sehr angetan, denn es klang wirklich sehr interessant und nach etwas anderem als üblich. Jedoch wurde meine Freude sehr schnell gedämpft. In der E-Mail des Autors wurde ich direkt darauf hingewiesen, dass Jan etwas zurückgeblieben ist, jedoch kam er meiner Meinung sehr unglaubwürdig rüber. Er ging mir leider furchtbar auf die Nerven und wirklich lieb gewinnen konnte ich ihn nicht. Ganz anders war das bei Laura. Sie war mir total sympathisch und auch wenn ich ein paar Startschwierigkeiten mit ihr hatte, mochte ich sie doch immer mehr, je weiter ich las. Die Geschichte an sich fängt sehr merkwürdig an, denn so ganz aus Versehen eine Bank auszurauben ... wie ist das möglich? Aber die beiden machen es irgendwie möglich. Das war eine der Situationen in denen man ein wenig schmunzeln und den Kopf schütteln musste. Zwar dämlich, aber auf eine humorvolle Art und Weise. Die Geschichte hatte auch wirklich Potenzial, nur hat Jan mir ziemlich viel verdorben und ich war wirklich froh, als ich es beendet habe. Ich mag Romane, in denen viele unterschiedliche Orte vorkommen generell. Das war ein großer Pluspunkt, denn man reist quasi schon viel selbst durch die Gegenden der Geschichte. Zumindest konnte ich mir alles gut vorstellen und es hat mir schon ein paar Orte "gezeigt". Das hat mir sehr gut gefallen. Aber ich glaube leider, dass dies der letzte positive Punkt war. Einzig Laura und die Gegenden haben mir gefallen. Jan ging mir wirklich unglaublich auf den Keks. Oft genug habe ich es deswegen zugeklappt. Zudem gab es abgesehen von Jan auch noch ein Haufen nervtötender Charaktere. Manche waren nun mal auch sehr unglaubwürdig. Ich nehme mir nicht das Recht heraus, irgendwen zu verurteilen. Es kann ja sein, dass einige Menschen wirklich so sind und das verurteile ich auch nicht. (Ich versuche hier kläglich irgendwie in Worte zu fassen, was ich sagen will) Jedoch kam mir Jan wirklich sehr ... individuell vor. Einfach nichts für mich. Das tut mir zwar sehr leid, aber so ist es nun mal, man kommt nicht mit jedem klar. Abgesehen von Jan gab es wirklich merkwürdige Charaktere, wie zum Beispiel Urlaubsbekanntschaften oder Jans Psychotherapeut. Ein anderer Punkt und ich hoffe der letzte, den ich anmerken muss sind die Versprechungen. Oben im Klappentext wurde von Verständnis etc. geredet. Das kann ich leider nicht so stehen lassen. Zumindest nicht für mich. Denn ich habe keine Nächstenliebe erlebt. Eventuell ein wenig zu Laura, aber garantiert nicht zu Jan. Auch das Verständnis und Mitgefühl blieben größtenteils aus und hier ging es wieder alles nur in Lauras Richtung. Zudem gab es für mich keinerlei Entwicklung in Bezug auf Jan. Ich hatte mir erhofft mitzuerleben, wie er reifer wird und versteht, was er falsch gemacht hat etc. Das blieb leider alles aus. Es gab für mich keine Entwicklung. Ich muss leider wirklich gestehen, dass mir dieses Buch so gar nicht gefallen konnte. Einzig Laura und die Städte waren ein klitzekleiner Lichtblick, allerdings nicht gut genug um das Buch in der Wertung groß anzuheben. Obwohl der Klappentext sehr vielversprechend war, hat es mich leider sehr enttäuscht.

Charaktere:
 
Jan: Ein zurückgebliebener junger Mann, der leider absolut keinen Schimmer von der Welt hat. Leider konnte ich Jan absolut nichts abgewinnen. Für mich war der einfach nur Strohdoof. Nicht liebenswürdig oder zum knuddeln, sondern einfach nur doof und nervig. Auf mich wirkte Jan furchtbar überzeichnet und sehr unglaubwürdig. Ich weiß nicht wie ich es sonst noch beschreiben soll. Auch jetzt kann ich nichts positives an ihm finden. Ich hasse ihn nicht oder so, aber er ist einfach ein Charakter, dem ich lieber aus dem Weg gehe und mit dem ich nicht klarkomme. Das darf jetzt jeder so auffassen wie er will.
 
Laura: Eine junge Frau, die am Tourette-Syndrom leidet. Im Gegensatz zu Jan war mir Laura sehr sympathisch und ich empfand sie als sehr freundlich. Laura war sehr nett, zwar empfand ich ihre Art am Anfang als etwas merkwürdig, aber nach ein wenig Gewöhnung ging das schon. Sie wusste wie das Leben so läuft und das ein Banküberfall garantiert nichts Gutes ist. Eigentlich war sie so etwas wie der kleine Engel auf Jans Schulter, der ihm sagt, was ein guter Junge jetzt tun würde. Ohne sie wäre er gar nicht klar gekommen. Zwar gab es auch den ein oder anderen Moment, in dem sie nicht so gehandelt hat wie ich es mir erhofft hätte, aber das konnte man auch mal übersehen. So häufig kam das nicht vor.
 
Fazit:
Ein Roman, von dem ich eine außergewöhnliche Geschichte erwartet habe. Außergewöhnlich ja, aber das bedeutet ja nicht gleich, dass es eine gute Geschichte war. Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen und auch wenn ich die Grundidee sehr gut fand. Leider hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen.
Dafür gibt es 1,5/5 Schmetterlinge.
Vielen Dank an den Autor Simon Bartsch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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