Mittwoch, 29. April 2015

Noah von Sebastian Fitzek

Allgemeines:
Titel: Noah
Autor/-in: Sebastian Fitzek
Form: Taschenbuch (550 Seiten)
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 9,99 €

Klappentext:

Zur Geburt Jesu Chrsti lebten 300 Millionen Menschen auf unserem Planeten. Heute sind es sieben Milliarden. Wie viel ist zu viel?

Sie wissen nicht, wer Sie sind. Sie wissen nicht, was Sie in der Stadt wollen, in der Sie sich gerade befinden. Sie wissen nicht, warum Sie auf der Straße leben. Sie wissen nicht, warum in Ihrer Schulter eine frische Schusswunde verheilt.
Sie wissen nur: Jemand wollte Sie töten.

Und Sie wissen auch: Er wird es wieder versuchen. Weil Sie ein Geheimnis in sich tragen, von dem das Schicksal der gesamten Welt abhängt. Werden Sie sich erinnern, bevor es zu spät ist?

Meinung:
Ich liebe Fitzek! Wann immer mich ein Kunde nach einem guten Psychothriller fragt, renne ich zum passenden Regal und halte ihm "Die Therapie" unter die Nase. Und obwohl ich erst zwei Bücher von ihm gelesen habe, hat er sich bereits zu einem meiner deutschen Lieblingsautoren hochgeschrieben. Auf Fitzek kann ich mich verlassen, die Bücher überzeugen immer. Dachte ich. Und dann kam dieses Buch. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Der Anfang war eigentlich gar nicht so schlecht, ich kam relativ schnell rein und hatte das Gefühl, dass es sehr interessant anfängt. Das ging dann ein paar Seiten lang so. Aber leider nicht lange. Es gab am Anfang mitunter sehr spannende Stellen, die mich wirklich überzeugt haben. Auch die Grundidee finde ich sehr interessant, denn es ist ja tatsächlich ein uns betreffendes Thema, um das es geht. Die Umsetzung war auch gar nicht so schlecht. Kernpunkt der Geschichte ist die unheilbare Manila-Grippe, an der bereits sehr viele Menschen gestorben sind. Die Geschichte mit der Grippe fand ich sehr interessant inszeniert, wenn man sie von der Distanz aus hätte betrachten können. Was mir allerdings nicht gefallen hat, war der Charakter "Noah" unser Hauptcharakter. Er hat keine Erinnerungen und es klärt sich, wie üblich, am Ende erst auf, was es damit auf sich hat. Ich weiß nicht woran es lag, aber dieses Buch hat sich für mich unglaublich gezogen. Am Anfang war alles gut und vor allem die Geschichte rund um die junge Reporterin Celine fand ich interessant. Celine ist ein Charakter, der quasi dazu da ist, Mitgefühl zu wecken. Denn sie ist eine unschuldige und zudem schwangere Frau, die in die Sache hineingezogen wird. Sie war eigentlich der einzige Charakter, der mir auch nur ansatzweise sympathisch war. Ich fand Noah als Charakter zu undurchschaubar. Er ist so geheimnisvoll, das ich keinerlei Bindung zu ihm aufbauen konnte. Und ich muss gestehen, dass das Buch einfach langweilig war, ab einem bestimmten Punkt. Sobald die Handlung nicht mehr in Deutschland spielte, gab es keine Spannung mehr für mich. Es war einfach langweilig und zwar so sehr, dass ich gar keine Lust hatte zum Lesen. Um ehrlich zu sein war ich richtig genervt und fand das Buch einfach nur schlecht. Der einzig positive Aspekt ist wirklich Celine, zu der ich wenigstens ein bisschen eine Bindung aufbauen konnte. Ansonsten war das Buch einfach nichts für mich und leider eine herbe Enttäuschung.

Charaktere:

Noah: Ein ca. 30 Jahre alter Mann, der sein Gedächtnis verloren hat und von dem Obdachlosen Oskar gefunden wird. Noah war für mich ein ganz großer Kritikpunkt. Am Anfang gefiel er mir noch ziemlich gut, aber irgendwann hat er mir einfach gar nicht mehr gefallen. Dann war er nur noch verschlossen und eiskalt. Zu Beginn war er noch relativ ahnungslos und so ein wenig naiv und unschuldig. Das hat sich dann natürlich geändert und mir leider gar nicht gefallen.

Alice: Eine unschuldige Frau, die einfach in die Angelegenheit mit hinein gezogen wurde. Alice hat mir von allen noch am besten gefallen. Zu ihr konnte ich zumindest einen kleinen Bezug aufbauen. Das kam wahrscheinlich durch das Mitgefühl, denn was sie durchmachen muss ist nun wirklich nicht leicht für sie und ihr ungeborenes Kind. Doch sie beweist sich als toughe Frau und das macht sie nochmal sympathischer. Mir hat sie auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Oskar: Ein Obdachloser, der Noah findet und dadurch ebenfalls ungewollt in die Sache mit hineingezogen wird. Er begleitet Noah von Anfang an und versucht ihm quasi die Welt zu erklären. Bei Oskar wusste ich nie, ob ich ihn mögen soll oder nicht. Es gab immer wieder Situationen, da mochte ich ihn sehr und in der nächsten mochte ich ihn gar nicht. Er ist halt so ein kleiner Verschwörungstheoretiker, der denkt, dass die ganze Welt etwas ausheckt. Wobei ich seine Theorien gar nicht schlecht fand. Trotzdem bin ich ihm eher neutral gegenüber gestimmt, wobei es eine Situation mit ihm gab, die mich doch sehr traurig gemacht hat.

Fazit:
Fitzek, was hast du getan! Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut und wurde leider bitter enttäuscht. Ich fand die Charaktere weitestgehend blöd und die Geschichte ist irgendwann einfach so langweilig und nervig geworden, dass ich echt sauer war, so viel Zeit mit diesem Buch verschwendet zu haben. Die Grundidee war echt interessant und ich hätte mir echt mehr erwartet.
Schade, aber diesem Buch kann ich nicht mehr als 2/5 Schmetterlinge geben.
 

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