Mittwoch, 15. April 2015

Sternschnuppenstunden von Rachel McIntyre

Allgemeines:
Titel: Sternschnuppenstunden
Autor/-in: Rachel McIntyre
Form: Hardcover (301 Seiten)
Verlag: Magellan
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: 16,95 €

Klappentext:

Ganz ehrlich:
Manchmal wäre er doch ganz praktisch, dieser Ritter in strahlender Rüstung, der mit seinem weißen Ross um die Ecke kommt, wenn es mal wieder brenzlig wird.
Bei mir hätte der Kerl jedenfalls täglich Gelegenheit, sich nützlich zu machen, so oft, wie Molly mit ihren Lästerschwestern auflauert. Aber wer hätte gedacht, dass der Ritter in Gestalt meins Englischlehrers bei mir auftaucht? Gut, das Pferd hatte er nicht dabei, aber Mollys dämliches Gesicht werde ich nie vergessen, als er mir zugelächelt hat. Mir, Lara, Königin der Unberührbaren! Danke, Mr Jagger! Hätte nie geglaubt, dass ich das mal sage: Ich freue mich richtig auf die Schule morgen ...

Meinung:
Ich muss direkt zu Beginn sagen, dass ich mir eine richtig gute und fesselnde Geschichte von dem Buch versprochen habe. Bevor ich mit dem Buch anfing, habe ich mir die Bewertungen bei Thalia oberflächlich durchgelesen und war von den positiven Rückmeldungen sehr überrascht und meine Neugier war geweckt. Deswegen habe ich dieses Buch auch noch vor die Reziexemplare geschoben, die ich noch hier habe. Die ersten 150 Seiten waren auch direkt gelesen. Ich wusste, dass es hier um Mobbing geht. Und ich wusste auch, dass Laras Familie gerade nicht so einen leichten Stand hat. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm werden würde. Was Lara alles durch ihre Mitschülerinnen durchmachen muss ... das kann ich nicht in Worte fassen. Es ist unglaublich, wie grausam Menschen sein können, nur weil sie denken, sie seien etwas Besseres. Denn natürlich kommen die Mobber aus reichem Haus. Das hier in dem Buch ist kein einfaches Mobbing mehr. Es geht noch viel weiter. Da werden Bilder gemacht, wie Lara auf dem Klo sitzt oder Videos online gestellt, in denen ihr die Jungs, die sich den Mädchen anschließen, nach und nach ins Gesicht spucken. Und das ist nicht mal ein Viertel von dem was sie der armen Lara antun. Sie kann einem wirklich nur leid tun, denn sie ist wirklich ganz allein. Ihrer Familie erzählt sie nichts und Freunde ... hat sie leider keine. Ich hatte unglaubliches Mitleid mit ihr und es gab tatsächlich eine Situation, in der ich fast angefangen hätte zu weinen, weil sie mir so furchtbar leid tat. Aber das ist leider auch alles. Mehr als Mitleid gab es leider nicht. Ich wollte unbedingt wissen, wie und ob Lara sich zur Wehr setzt und deswegen ging es am Anfang auch so schnell und die Seiten flogen so dahin. Aber irgendwann kam ein Punkt, da hat mich dieses Buch und die furchtbare Geschichte so niedergedrückt, das ich mich richtig dazu zwingen musste, weiterzulesen. Ich wollte einfach nicht mehr sehen müssen, wie Lara leidet und wie ihr einfach niemand hilft. Nicht einmal Ben. Ben ist ihr Lehrer und wegen eines Projekts verbringt er etwas mehr Zeit mit ihr. Er merkt auch, dass da etwas nicht stimmt, denkt aber, dass es reicht, sich die Mobber einmal zur Brust zu nehmen. Stattdessen wird danach alles noch viel schlimmer. Es hat mich teilweise stark gewundert, wie naiv er daran ging und Lara quasi sich selbst überlassen hat. Ich konnte zu beiden nicht die Bindung aufbauen, die ich mir erhofft hatte. Außer Mitleid konnte ich nichts für Lara empfinden und Ben fand ich teilweise verantwortungslos. Mich hat es fast ein wenig wütend gemacht, was er zugelassen hat (und das meine ich nicht im Sinne des Mobbings). Ben scheint Laras einziger Verbündeter zu sein und da ist es eigentlich klar, dass sie sich ein wenig in ihn verknallt. Und Ben lässt das zu und steuert nicht dagegen. In mir konnte das Buch nicht die Gefühle wecken, die ich mir gewünscht habe. Ich hatte unglaubliches Mitleid mit Lara, aber andererseits konnte ich teilweise nur die Haare raufen, bei dem was vor allem auf den letzten Seiten alles passiert ist. Tut mir leid, da konnte ich Bens Handlungsweise nicht verstehen. Über Laras Verhalten möchte ich an der Stelle nicht urteilen, immerhin ging es mir nie so schlecht wie ihr. Aber Ben war sehr verantwortungslos und ein Charakter, dem ich leider sehr zwiegespalten gegenüberstehe. Ich weiß leider auch absolut nicht, was ich von dem Buch halten soll. Es ist einfach so niederschmetternd, dass ich mich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen würde.

Charaktere:

Lara: Ein 15-jähriges Mädchen, dass leider unglaublich viel durchmachen muss. Lara kann einem einfach nur leid tun. Sie wird von ihren Mitschülern furchtbar gemobbt und es steht ihr absolut niemand zur Seite. Auch Zuhause kann sie keine Hilfe erwarten, denn die Eltern sind viel zu sehr mit anderen Problemen beschäftigt, als das Lara sie damit auch noch belasten würde. Tatsächlich denkt Lara zuerst immer an ihre Familie. Deswegen kann sie auch niemandem etwas sagen, denn Molly droht ihr. Mit was möchte ich hier nicht verraten. Lara nimmt die Situation ihrer Familie sehr mit und sie fühlt sich schuldig. Es scheint, wie als würde sie an allem Schuld sein. Sie ist ein sehr schlaues Mädchen, eine richtige Musterschülerin. Doch sehr selbstbewusst ist sie nicht. Wie denn auch, wenn sie von ihren Mitschülerinnen immer zu hören bekommt, was für eine Loserin sie sei. Zudem wurde sie auch noch von ihrer einstigen besten Sandkastenfreundin verraten. Sie wird einfach überall angemotzt und runtergemacht und kann einem nur leid tun. Dabei ist sie ein echt liebes Mädchen, dass mir recht gut gefallen hat.

Ben: Laras Lehrer, der ungefähr 23 sein müsste. Er tritt dann in Laras Leben, als sie es am meisten braucht und er versucht ihr aus der Situation heraus zu helfen. Auch wenn er am Anfang naiv genug ist zu glauben, dass er Molly durch ein Gespräch zum aufhören bewegen könnte. Er ist ... ein wenig eigenartig. Zumindest kam er für mich so rüber. Denn er steuert einfach nicht dagegen, er versucht nicht Lara den Wind aus den Segeln zu nehmen, als sie sich in ihn verknallt. Stattdessen macht er ihr noch Hoffnungen. Ich fand Bens Verhalten nicht korrekt. Es war verantwortungslos von ihm, Lara so nah an sich ran zu lassen. Er hätte ihr klare Ansagen müssen und ihr vor allem mehr zeigen soll, das er als ihr Lehrer da ist, wenn es Probleme gibt. Ich bin sehr zwiegespalten, wenn es um ihn geht.

Molly: Die reiche und verzogene Anführerin der Schule. So zumindest wirkt es auf einen (also mit der Anführerin). Ich könnte sie vierteilen. Das verzogene Gör/Flittchen(sorry) wie es im Buche steht. Außer einer großen Oberweite und einer gefälschten Bräune hat die nichts zu bieten. Und weil sie reiche Eltern hat, hat sie natürlich das Recht Lara so zu tyrannisieren. Tut mir leid, die ist so hohl, da ist jede Hoffnung verloren. Sie ist immer die gute und Lara immer die böse. Zum kotzen das Mädchen, ehrlich jetzt.

Fazit:
Ich kann nicht sagen, dass mich dieses Buch gut unterhalten hat. Das möchte ich einfach so nicht sagen, es hört sich falsch an für mich. Aber außer einer unglaublichen Tragödie und sehr viel Mitleid verbinde ich nichts mit diesem Buch. Ich hatte wirklich Angst beim Lesen, dass es noch schlimmer werden würde und wollte gar nicht mehr weiterlesen. Die Autorin konnte hier die grausamsten Schüler erschaffen, die ich je in einem Buch erlebt habe. Ich muss wirklich sagen, dass es von mir hier keine Empfehlung gibt. Reinen Gewissens kann ich einfach niemandem dieses Buch nahelegen. Es war quasi eine Qual, es lesen zu müssen. Es tat einfach in der Seele weh, dass Menschen so grausam sein können und das Lara so leiden musste.
Ich möchte dieses Buch nicht bewerten. Es war so schlimm für mich, dass ich das Gefühl habe, nicht ordentlich darüber urteilen zu können und das hat dieses Buch nicht verdient. Das Recht über das im Buch passierte in Form einer Bewertung zu urteilen, möchte ich mir einfach nicht rausnehmen.


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