Sonntag, 19. Februar 2017

I've tried goodbye a hundred times, not one of them true

Manchmal gibt es Tage, da gibt es für mich selbst nichts schlimmeres als ... mich selbst. Ich schaue in den Spiegel und bin unzufrieden. Ich esse und bin unzufrieden. Ich treibe Sport und bin unzufrieden. Egal was ich mache, ich bin mir selbst nie genug. Heute war einer dieser Tage. So oft habe ich mir selbst schon gesagt, dass ich damit aufhören muss, mich selbst so runterzumachen. Ich bin wie ich bin und das ist eigentlich auch gut so. Trotzdem wäre ich momentan einfach gerne jemand anderes. Das bezieht sich aber meistens nur auf mein Äußeres, mein Inneres mag ich größtenteils. Ich bin eine freundliche und hilfsbereite Person, auf die man sich verlassen kann. Aber ich bin auch jemand, der Fehler macht. Klar, das macht jeder. Aber kennt ihr diese Fehler, die einfach irreparabel sind? Die nicht passieren dürfen. Mir ist heute so etwas passiert. Ich fühle mich deswegen so furchtbar, ich schäme mich so für mich selbst. Mein Tag war sowieso schon nicht so toll, mir schwirrt so viel im Kopf herum. Selbstzweifel, Komplexe. Ich mag mich selbst nicht, wenn ich in den Spiegel schaue. Scheißegal wie oft ich mir sage, dass ich ja eigentlich doch etwas hübsch sei. Heute ist einer dieser Tage, da kann ich mir meine eigenen Lügen nicht glauben. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich bestimmte Dinge nicht weiter verdrängen kann. Zum Beispiel wie sehr mein Exfreund mich verletzt hat. Bis vor zwei Wochen war ich nämlich vergeben, zwar erst seit September, aber immerhin. Und was macht mein toller Freund, der genau weiß wie mickrig mein Selbstwertgefühl ist und dessen Selbstwertgefühl nicht viel besser ist? Er meint, er müsse sich Bestätigung holen. Aber nicht bei mir. Er hat sich stattdessen einem anderen Mädchen für Sex angeboten. Sie war ebenfalls vergeben und sie könnte ja vielleicht etwas "Abwechslung" gebrauchen. Ein Schlag ins Gesicht. Und momentan holt mich das stark wieder ein. Denn eigentlich ist mir klar, dass es sein Fehler war, nicht meiner. Aber trotzdem sucht man auch immer bei sich selbst nach Fehlern. Und da kommt halt die Frage: War ich nicht genug? Habe ich ihm nicht ausgereicht? Ich denke unglaublich viel daran momentan. Das Ding ist, dass ich mich noch nie wirklich mochte. Es gibt Momente, da würde ich mich selbst nicht mit ner Kneifzange anfassen, wenn ich nicht müsste. Und dann kommt so etwas. Ich war am Anfang sehr glücklich. All meine Zweifel und Komplexe waren wie weggeblasen, denn ich war etwas besonderes für ihn. Bullshit. Als das Ganze ans Licht kam, kamen auch alle Stimmen wieder. Stimmen die Dinge flüsterten wie: ""Ist doch kein Wunder, bei der dicken Kuh?" Ich bin ziemlich hinüber momentan. Habe einen wirklich, wirklich schlechten Tag gehabt. Viele Tränen vergossen. Eigentlich bin ich ja froh, dass die Beziehung vorbei ist. Denn ich habe gemerkt, dass ich zu jemandem werde, der ich niemals sein wollte. Ich war eifersüchtig und rasend vor Wut, weil wir es nochmal probiert haben und ich aber immer diese Zweifel im Kopf hatte. Und ich hasse Eifersucht! Deswegen bin ich ganz froh und es geht mir auch wirklich besser. Aber manchmal ist da diese Demütigung, dieser Schlag ins Gesicht an den ich mich erinnere und der mir immer noch zu denken gibt. Vor allem weil es mein erster Freund war, der mir die ganze Zeit gesagt hat wie toll er mich findet und all so nen Schrott. Alles Blödsinn. Na ja, wenn ich keinen Durchhänger hab bin ich auch ein ziemlich glücklicher Single momentan. Da gibt es nicht so ein Gefühlswirrwarr. Ich konzentriere mich jetzt auf meine Ausbildung und sehe zu, dass ich mein Leben in geregelte Bahnen bekomme und bald in die Unabhängigkeit aufbrechen kann. Aber es wird immer schlimme Tage geben. Das weiß ich. Das muss ich dann aussitzen. Aber ich weiß auch, dass sie vorüber gehen.


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